Ich habe eigentlich eine große Schwäche für bizarre japanische Trashfilme. "Battlefield Baseball" von denselben Verantwortlichen hatte mir damals extrem gut gefallen - billige (Zombie-)Monster-Action mit mülligen Effekten und einer Story, die weit weit weit über den Jordan und in ihrer Entwicklung ob ihrer meist vollkommen unpassenden Gestörtheiten niemals vorhersehbar ist, unterhält mich in der Regel sehr gut, allein schon weil sie Seh- und Erzählgewohnheiten sprengt und so gaga ist, daß man sich auch nüchtern wie auf Drogen fühlt. Auch, wenn alberne bis bescheuerte Kostüme dazugepackt werden, hat mich das bislang eher erfreut als abgeschreckt: "Executive Koala" z.B. fand ich großartig und bin mir sicher, daß mich auch "Calamari Wrestler" nicht enttäuschen wird.
Warum hat es "Meatball Machine" dann doch getan? Schwer zu sagen. Vermutlich lag es hier an einem vergleichsweise geringen Faktor an Bizarrheiten. Hört sich komisch an, schließlich geht es um nichts weniger als um eine Rasse krebsähnlicher Aliens, die sich auf Menschen drauf werfen, ihren Organismus umpolen und sie dann als MECH-ähnliche Träger ihrer Parasitengehirne - als "Necroborgs" - in einem Kampf auf Leben und Tod mißbrauchen. Der Alien, dessen deformierter und waffenmäßig gepimpter Host-Körper im Duell gewinnt, darf den Unterlegenen auffressen. Und da dieses Spiel Spaß macht (und, da würde ich drauf setzen, nicht zu unterschätzende Wett-Gewinne zu vergeben sind), kommen immer mehr der Parasiten auf unseren schönen Planeten und suchen sich Host-Körper, die sie in den Kampf führen können...
Mitten rein in dieses Spektakel stolpert unser Held, eine scheue und verschüchterte und an die echte Liebe glaubende männliche Jungfrau. Und mit ihm, wer hätte das gedacht, sein Female Love Interest. Dazu noch ein seltsames Geschwisterpärchen, dessen weiblicher Teil einer Alien-Inbesitznahme nur knapp, aber auch nicht so ganz, entgangen ist. Weshalb ihr Bruder sich zum Alien-Hunter Nr. 1 entwickelt hat. Gemeinsam versucht man nun, sich der Parasiten-Flut zu erwehren... oder nicht? Naja, jedenfalls kämpft man. Und kämpft... und kämpft... und kämpft.
Hmm ja. Man kämpft hier deutlich zu viel. Denn die Fights sind nicht unbedingt eine Wohltat fürs Auge: dafür wirkt die DV-Optik viel zu billig, dafür ist die Kamera meistens viel zu nahe dran und zu hektisch bzw. verwackelt, dafür ist der rot-braun-matschige Look des ganzen Geschehens viel zu schnell deutlich zu ermüdend. Die Witze fehlen in diesem Film fast komplett, vereinzelte Lacher ergeben sich eher aus den einfach ZU trashigen Kostümen und der blödsinnigen Storyentfaltung. Im Kern aber scheint "Meatball Machine" ziemlich ernst gemeint. Die Schlußsequenz kann dieses Urteil zwar weitgehend wieder revidieren, nichtsdestoweniger verzichtet die Handlung bis dorthin weitestgehend auf offensichtliche Irrsinnigkeiten und absurde Abweichungen.
Das heißt: hat man das Set-Up einmal akzeptiert und sich am mülligen Look, Kostümen und Dialogen satt gelacht, verfolgt man hier eine ziemlich straighte Story um eine Alien-Invasion und Möglichkeiten ihrer Abwehr, permanent gesäumt von unübersichtlichen Fights und minderbemittelt ausgespielten emotionalen Konflikten.
Zwar bietet der Film durchaus einige unterhaltsame Ideen und vor allem phantasievolle Waffen bzw. Körpermutationen. Da er sich jedoch im Kern ernst zu nehmen scheint, nervt das Billige über weite Strecken enorm. Und langweilt noch dazu. Handlungsmäßig ist das Ganze eh komplett Banane bzw. Sushi - so überdreht, wie es möglich gewesen wäre, ist es aber auch wieder nicht.
Im Endeffekt bietet sich uns so ein bizarres Machwerk für Trashliebhaber, das einen Großteil seiner Bizarrheit und damit Kraft leider schon nach seinem ersten Drittel eingebüßt hat. Danach überwiegt vielfach ein Nervfaktor, der durch nichts mehr ausgeglichen wird - der Film ist um mindestens eine halbe Stunde zu lang, für kompletten Schwachsinn nicht überdreht genug und für etwas Ernsthaftes.... naja, nicht mal entfernt in Frage kommend. Er hat viel zu viele Fights, die viel zu wenig fürs Auge bieten; etwas derart Billiges sollte nicht so sehr auf Eindrucksvolles setzen.
Sondern lieber auf Irritierendes - aber das nutzt sich hier viel zu schnell ab und wird danach nicht mehr ausreichend variiert, wie es etwa bei "Battlefield Baseball" noch der Fall war. 4,5 Punkte und eine Warnung vor zu spätem Ansehen: schon um 21.30 Uhr kämpft man als Dauerkartenbesitzer eher mit dem Einschlafen als mit dem Ignorieren des "guten Geschmacks". |