von Fans für Fans

Death Note

Bist du zu lang der Held, wirst du zum Bösewicht

von Leimbacher-Mario
"Death Note" ist der erste Versuch, das berühmte gleichnamige Manga spielfilmtauglich zu stutzen - was ordentlich gelingt, jedoch wohl nur so richtig in Verbindung mit Teil 2 funktioniert, wonach man dann auch schon wieder bei über 4 Stunden wäre. Mir war Teil 1 erstmal lang genug & da ich die Vorlage eh nicht kenne, fehlt mir zudem die Möglichkeit eines Vergleichs. Als Einführung in die Welt des Killerbuches rund um Light & L, macht "Death Note" jedoch zum Glück schon einiges richtig. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Studenten, der eine Art Todesbuch findet - schreibt er einen Namen in dieses & denkt gleichzeitig an das Gesicht des Opfers, stirbt dieses sofort. Er kann sogar genau die Todesart notieren & bestimmen. So beginnt seine weltweite Säuberung der Unterwelt & die Polizei wendet sich zu seiner Ergreifung an ein Superhirn namens L, welches die unerklärliche Mordserie aufklären soll...

Die Asiaten halten sich ungern an unsere oft eingesetzten 90 Filmminuten - und so geht auch "Death Note" über zwei Stunden. Kein Wunder, ist die Story doch episch genug für mehrere Mangas, Serien & Filme. Und obwohl man innerhalb der Saga in diesem ersten Teil gar nicht mal so weit kommt, gar nicht unübersichtlich viel passiert, zieht sich der Film teilweise stark. Zu Beginn sprintet er einem noch davon, gerade für Leute ohne Vorwissen oder mit gefährlichem Halbwissen, doch zwischendurch tritt das übernatürliche Versteckspiel träge auf der Stelle. Ryuko, der Gott des Todes, den nur Leute sehen, die das Death Note berührt haben, ist trotz mittlerweile antiquierter PS2-Effekte allerdings cool gelungen & ein witziger Sidekick. Auch "Battle Royale"-Star Tatsuya Fujiwara liefert als Hauptdarsteller gewohnt ab & allgemein machen die Darsteller wenig falsch. Abgesehen von manchem, absichtlichem Overacting.

Von so manch einem Twist wird man positiv überrascht & das Duell L vs. Light/Kira, ist auf Augenhöhe & sehr interessant. Das Finale ist emotional, hart & macht Lust auf Teil 2, falls man über die erwähnten Pacingprobleme hinwegsehen konnte. In der umfangreichen Saga bzw. diesem Auftakt, kommt die ein oder andere Nebenfigur zwar zu kurz, etwas mehr erwachsene Härte & Originalität in Sachen Kills wäre wünschenswert gewesen, doch die nuancierte & abgestufte Charakterzeichnung ist hervorragend & passt zum undurchsichtigen, sehr subjektiven Thema Gerechtigkeit. Massig Grautöne & Wendungen der Sympathien gibt es hier, was Laune & Interesse hochhält. Da verzeiht man fast die drögeren Passagen, dumm wiederholten Sequenzen & (für Neulinge) wirr-komplizierten "Spielregeln" der Todesliste.

Fazit: Für Fans des Stoffes sicher sehenswert, die Grundidee ist weiterhin klasse & tiefgründiger als man denkt. Für mich ist Teil 1 der filmischen "Death Note"-Saga jedoch ein wenig zu langatmig, endet unbefriedigend auf Teil 2 verweisend & kommt zu selten aus dem Quark. Die vielschichtigen Charaktere & die gelungenen Schattierungen zwischen Gut, Böse, Recht & Unrecht, reißen es jedoch zu einem gerade noch positiven Resümee.
Leimbacher-Mario

13.12.2016, 23:28



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