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The Osiris Child: Science Fiction Volume One

Große Vision, kleines Budget... mutig!

von Leimbacher-Mario
Mit "Infini" hatte sich Regisseur Shane Abbess vor zwei Jahren gnadenlos überhoben, selbst wenn ich ihn nicht so sehr hasste wie viele andere. Liebe auf den ersten Blick sieht aber natürlich auch anders aus. Umso besorgter war ich bei Titel, Story, Genre & Ausmaß des neuen Werkes dieses Mannes: "Science Fiction Volume One: The Osiris Child". Was für ein aufgeblasener & für ein Mini-Budget hochgegriffener Titel. Doch zu meinem Erstaunen kam alles anders. Positiv! "The Osiris Child", wie ich ihn prägnanter nun erst mal nennen werde, ist ein großer Sprung in die richtige Richtung für den Regisseur & spürbaren Sci-Fi-Fan. Das Budget war unter einer Mio., die Geschichte kreist um einen fremden Endzeit-Planeten irgendwo zwischen "Mad Max", "Star Wars" & "Firefly". Gegensätze ziehen sich wohl auch im weiten Universum an... Richtig groß aufgezogen, obwohl wir immer kapitelweise & durch das Schlüsselloch an das größere Ganze herangeführt werden. Doch man merkt immer wieder die Größe & Weite der Vision. Und das Konzept geht auf, verhebt sich nicht überambitioniert. Das nötigt mir Respekt, kindlich große Augen & Spaß ab... wow, hätte ich echt nicht gedacht! Und es haben schon ganz andere Sternensagas so klein, innovativ & kreativ angefangen... von "Dune" über "Star Trek" oder "Battlestar Galactica", ohne jetzt die Latte zu hoch zu legen ;)

Die Geschichte von tödlichen Raumstationen, Gefängnisplaneten, Mutantenmonstern & futuristischen Schießeisen klingt billig zusammengeklaut & zu groß für einen schmalen Geldbeutel. Erst recht für einen so unerfahrenen & undekorierten Regisseur. Doch gegen alle Umstände klappt es. "Osiris Child" hat alles, was sich ein Sci-Fi-Head wünscht, und das auch noch oft sympathisch handgemacht oder überraschend überzeugend aus dem Computer. Der wilde Ritt scheut weder Risiken noch zu große Vorbilder oder Hürden, womit er mächtig Eindruck schindet. Eine gefühlvolle Vater-Tochter-Beziehung dient als Anker & kein Land kann Endzeit besser als Australien. Von ekligen Monsterechsen über sehr geil designte "Imperialen Truppen"-Abziehbilder bis zu satten Space-Kämpfen - wenn es eine Sci-Fi-Checkliste gäbe, sähe man vor lauter Häkchen hier kaum noch Sterne. Manchmal merkt man das fehlende Budget, durch ausgelassene oder (clever) umgangene Szenen, dazu lässt Abbess es nicht selten in Gefechten etwas zu stark wackeln. Dazu ein Gefühl, hier nur einen ganz kleinen Teil einer viel größeren Welt zu sehen... Doch besser, dieser überhaupt vorgestellt zu werden, als gar nicht. Mal sehen, ob noch Fortsetzungen folgen, vielleicht nimmt sich Netflix ja dem Konzept an & lässt was springen... ob für Filme oder Serien. Potential ist jedenfalls noch & nöcher da.

Fazit: die beste Serien-Pilotfolge, die gar keine ist... ein kleines Sci-Fi-Schmankerl aus Down Under, das sein eingeschränktes Geld extrem clever umsetzt & sich an seiner mächtigen Vision nicht überhebt. Her mit weiteren Kapiteln, Volumes & Episoden... wie auch immer man sie nennt. Toll!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.01.2017, 01:43



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