von Fans für Fans

The Monster

Mutter-Tochter-Monster - Das Dreigestirn des symbolischen Horrors

von Leimbacher-Mario
Creature-Features waren nie wirklich weg, selbst wenn sie schon bessere Zeiten erlebt haben. Und metaphorischer Horror mit Hirn & Herz à la "Der Babadook" ist spätestens seit diesem stark angesagt. Könnte mir (beides) nicht besser in den Kram passen & lässt Horror neu erblühen. Doch gehen diese zwei Gegensätze, Spaß/Tierterror/Spannung & Anspruch, auch gemeinsam? Ja, scheinbar schon, wie Bryan Bertinos "The Monster" eindrucksvoll beweist. Obwohl er eindeutig am allerwenigsten von einem spaßigen Monstersplatter-Movie hat. Doch ein glitschig-gruseliges Monster gibt es immerhin ;). Es geht um eine alkoholkranke Mutter, die mit ihrer starken & ziemlich reifen kleinen Tochter auf der nassen & dunklen Landstraße einen Wolf anfährt. Doch schnell muss das angespannte Mutter-Tochter-Verhältnis ein ganz anderes Monster bezwingen...

Qualitativ knüpft der Regisseur an seine ebenfalls guten bisherigen Arbeiten an & man fragt sich, warum seine Filmographie nicht schon längst größer ist. Das Herz & die Seele dieses Films sind die zwei Damen im Auto. Was für eine kritische Verbindung, was für Performances, was für ein greifbares Tabu-Thema mit Alkohol, in gewisser Weise Kindesmissbrauch & Entfremdung. Wenn es bei dieser Beziehung Klick macht & wenn man die Entwicklung der beiden schluckt, dazu mit der klar ersichtlichen Metapher leben kann (die, erfreulich, nie zu sehr in den Vordergrund rückt!), dann ist "The Monster" ein ganz klarer Winner auf der Hand der Horrorfans. Schon allein auf Grund der aufopferungsvollen Darstellungen der zwei unterschiedlichen Ladys bleibt dieses Monster nahe an meinem Herzen & wunden Punkt.

Wenn man dazu dann noch den oberflächlichen Gruselfaktor, die behutsam aufgebaute Atmosphäre & das Kammerspiel mit (grandios designtem) Monster in die Wertung aufnimmt, sehe ich hier nur wenige enttäuschte Gesichter. Man sieht den Einfluss von Klassikern wie "Alien" oder "Jurassic Park", nur eben in der modernen Horrorschachtel mit Schleife. Der Film kann unter die Haut gehen & er wächst, umso mehr Abstand man von ihm gewinnt. Definitiv kein Fast Food & nicht leicht verdaut. Problembekämpfung & Wachsen an den eigenen Aufgaben & den Monstern der Welt, mal anders. Über die Chemie zwischen Mutter & Tochter komme ich einfach nicht drüber. Keine leichten oder gar sympathischen Charaktere, doch innerlich reifend & sich realistisch verhaltend & entwickelnd. Ein Highlight in Sachen Mutter-Kind-Connection der letzten Jahre.

Fazit: viel mehr starkes Familiendrama als klassischer Creature-Horror... lässt man sich auf die tiefen Emotionen & unfassbar guten Schauspielerinnen, Klein wie Groß, ein, dann bekommt man einen Grusler mit Substanz & Symbolismus. Ruhiger Geheimtipp!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.01.2017, 02:11



Weitere Informationen (externe Links):
Unterstütze f3a.net durch einen Kauf bei unseren Partnern:
OFDb€ 11,98 € 13,98
amazon.de€ 11,12 € 9,99


Der tatsächliche Preis kann abweichen! Preise werden max. stündlich aktualisiert. Markierte Preise sind seit dem letzten Abruf ↓ gesunken oder ↑ gestiegen.
loading