von Fans für Fans

The Limehouse Golem

Jack the Skipper

von Leimbacher-Mario
Kostümfilme sind eher am unteren Ende meiner Interessenskala... diese Abwandlung des Jack the Ripper-Mythos konnte mein Interesse aber die meiste Zeit halten. Selbst wenn es grosse Schwierigkeiten gab die hochgestochenen britischen Dialoge zu verstehen. Untertitel sind hier ratsam bei der Heimkinosichtung. Ein hübsches Setting fürs Auge, würdevolle & wundervolle Darsteller, genug Blut für uns Freaks - passt schon alles ganz gut. Story: ein Scotland Yard-Ermittler untersucht grausame Morde in London - begangen von einem bestialischen Serienmörder, der sich Golem nennt. Dabei stößt er auf Querverbindungen zu einem aktuellen Fall, in dem eine berühmte Theaterschauspielerin bezichtigt wird, ihren Mann vergiftet zu haben & gehängt werden soll...

Selten habe ich einen Film gesehen, der ohne seine engagierten Darsteller so viel verlieren würde. Ohne Nighy und die prachtvolle Ausstattung, wäre dieser Golem nicht in die Welt gekommen. Wer auf theatralische Kostümgrusler ala "From Hell" oder "Sweeney Todd" steht, der darf sich diesen Herbst den "Limehouse Golem" unter keinen Umständen entgehen lassen. Allein schon wegen Bill Nighy, der Alan Rickman exzellent vertritt, der eigentlich die Hauptrolle mimen sollte. Nighy versteht man im Film auch noch am besten. Neben den Kostümen und den Kulissen, die vor Details, Schmutz und Feeling überlebensgroß anschwellen, sind weitere Highlights die Mordszenen, die kraftvoll & erbarmungslos Gänsehaut erzeugen können. Wunderschön rot! Über die Twistvorhersehbarkeit kann man streiten und die Einarbeitung berühmter Persönlichkeiten wie Karl Marx mag erzwungen wirken - gute Mystery-Unterhaltung, verschachtelt und attraktiv, sieht jedoch genau so aus. Fans dieser Gattung addieren gerne noch einen Punkt zu meiner Wertung.

Fazit: twisty Kostümthriller, der schön blutig & britisch daherkommt. Hübsch & atmosphärisch, gerade wenn man auf das viktorianische Zeitalter steht. Feiner Spin auf die Jack the Ripper-Legende. Im O-Ton aber eine echte Englischprobe für Fortgeschrittene...
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

30.04.2017, 02:35



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