von Fans für Fans

Alone

Die Auserwählten in der Betonwüste

von Leimbacher-Mario
Erstmal Verwechslungsgefahr wegräumen: "Seuls" hat nichts mit dem letztjährigen "Don't Grow Up" zu tun. Beide liefen auf dem Fantasy Filmfest, beide haben Storyähnlichkeiten, den gleichen deutschen Verleihtitel "Alone" und beide sind europäische Teenie-Apokalypsen - trotzdem sind sich beide fremd. "Seuls" handelt von einer Gruppe Teenagern, die in einer menschenleeren französischen Großstadt aufwacht, zusammentrifft und von einer mysteriösen Nebelwand umringt wird... Das klingt nicht nur nach "Maze Runner" oder "Divergent", das basiert auch auf einem ähnlichen Young Adult-Endzeit-Comic. Ebenfalls finden sich altbekannte Muster aus Hits wie "Stranger Things" oder Geheimtipps wie "The Midnight After". Aber ist es bei Filmen nicht ähnlich der Musik: immer die gleichen Töne und Noten, nur anders zusammengestellt? Daher kein Vorwurf. Oder nur ein Kreativitätsabzug in der B-Note.

"Seuls" packt einen schell und die Halbstarken sind sympathisch, normal und nicht allzu flach gezeichnet. Zumindest ein paar von ihnen. Dazu baut sich durch die verlassenen Straßen eine gespenstige Atmosphäre auf, die man so brachial seit "28 Days Later" nicht mehr hatte. Die feurige Nebelwand sieht beängstigend aus und ist nicht das Einzige, was gelungen & überraschend düster für dieses Subgenre ist. Über das Ende lässt sich streiten und ich als Nichtkenner der Vorlage würde gerne mehr wissen bzw. nachlesen. Dafür ist der Film aber noch zu frisch um dazu etwas im Netz zu finden auf englisch oder deutsch. Für die Kleineren könnte "Seuls" sogar fast schon zu heftig und intensiv sein, gerade das verstörende Ende. Seinen Platz auf dem Fantasy Filmfest hat er allerdings spätestens damit gerechtfertigt. Besser und kantiger, fieser und gemeiner als jegliche Hollywood-Konkurrenz. Eine Möglichkeit für das Mutterland des Films über den großen Teich zu schauen und zu lernen. Zu lernen habe ich gesagt, nicht zu remaken!!!

Fazit: Frankreich kann auch Teenie-Endzeit - zumindest ansatzweise. Muss ich nicht nochmal sehen, selbst wenn das letzte Viertel verwirrt und sich überschlägt. Da vermisst man das IMDB-Message-Board. Hübsch isser & sehr hochwertig produziert (bis auf so manche CGI).
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

01.05.2017, 02:05



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