von Fans für Fans

68 Kill

Immer in die Fresse rein

von Alexander
Die Story scheint hinlänglich bekannt zu sein: Vertreter des American "White Trash" haben einen Plan ihrer kleinen Unterschichthölle zu entkommen. Der Plan basiert auf maximal illegalen Aktionen die dramatisch mit den Interessen noch wesentlich unangenehmerer Zeitgenossen kollidieren. Der Plan geht natürlich schief.

Hat man alles schon mal gesehen, denkt man, und dann zündet dieser Film doch so granatenmäßig laut und krass, wie ein heimlich im Sommer angesteckter, besonders dicker und umso verbotener Silvesterböller.

Dabei wird die klassische Rollenverteilung von Männlein und Weiblein in diesem bizarren kleinen Thriller erst mal auf den Kopf gestellt, was dem Grundthema des diesjährigen Filmfests in vielerlei Hinsicht entspricht, denn selten hatten wir so viele Filme mit dominanten Frauen in der Rolle des "Mean Motherfuckers" wie in diesem Jahrgang.

Während der männliche Protagonist dieses feinen Films eigentlich ein Weichei ist und keine Gelegenheit auslässt, sich von seiner Freundin dominieren und sich auch sonst permanent auf die Backen geben zu lassen, bleibt von den toughen Damen dieser Geschichte wiederum keine Gelegenheit ungenutzt, mal so richtig auszuteilen. "Mann" hat es nicht leicht in "68 Kill", so viel steht fest. Dabei sind die Girls trotz des exploitativ zur Schau gestellten "Feminismus" durchaus lecker anzuschauen und geizen auch nicht mit ihren Reizen.

Neben einigen wendungsreichen Einfällen und netten Gags, die eindeutig die Handschrift des "Cheap Thrills" Autors Trent Haaga tragen, gipfelt "68 Kill" nach einem vielleicht etwas zähen Mittelteil in eine blutige Eskalationsstufe mit ganz hohem "What the fuck?" - Potential und löst seine eingangs gemachten Versprechen wirklich auf jeder Ebene ein. Das erinnert schon fast an die Frühwerke von Russ Meyer und macht grenzenlos Spaß.

Ein extrem unterhaltsamer kleiner Film für Genrefreunde ohne überspitzte Erwartungshaltung.
Alexander

04.09.2017, 15:30



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