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Berlin Syndrome

"Ich will nicht nach Berlin." - Kraftklub

von Herr_Kees
Das BERLIN SYNDROME ist keiner der üblichen Captive-Women-Thriller, die gerne mal mit etwas Torture Porn versetzt werden. Es ist in erster Linie ein Beziehungsdrama (wenn auch mit einer sehr verqueren Beziehung im Mittelpunkt), das romantisch-erotisch beginnt, jedoch bald schon psychopathisch-kriminelle Züge annimmt. Dabei ist der Film wunderbar, teilweise kunstvoll fotografiert und mit weiblichem Blick inszeniert, auch eine Seltenheit. Nur ist er leider deutlich zu lang geraten und hat dem Genre außer vielleicht seiner Location nichts Neues hinzuzufügen.

Die wenigen Spannungsszenen sind allerdings gelungen, das wenige Blut fließt schmerzhaft und die Charaktere sind gut gespielt, schade, dass Cate Shortland nicht an einem reinrassigen Psychothriller interessiert war. Es entsteht vielmehr der Eindruck, aus einem Exploitationplot sollte ein anspruchsvoller Film gemacht werden. Doch das haben Filme wie MICHAEL oder ROOM schon deutlich spannender, beklemmender oder emotionaler hinbekommen.
Herr_Kees

06.09.2017, 08:34



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