von Fans für Fans

It

Pennywise, the dancing clown

von Michaela
Stephen Kings IT - Ich muss gestehen, dass ich das Buch nach circa 100 Seiten weggelegt habe, weil es mir zu langweilig war. Die TV-Miniserie ist mir auch nicht mehr präsent genug. Somit findet auch kein Vergleich statt. Bei Vergleichen kommen Remakes ja meist eher schlechter weg. Was von der Miniserie allerdings übrig ist, ist der Eindruck, den Tim Curry als Clown hinterlassen hat: sardonisch, unheimlich und gruselig, eine Figur, die man nicht wieder vergisst.

Stephen King hat einmal behauptet, in seinen Romanen und Kurzgeschichten viele seiner eigenen Kindheitsalbträume zu verarbeiten, in IT die Angst, die er als Kind vor Clowns hatte. Bei dem Ausstoß an Büchern hatte der gute Stephen entweder eine schreckliche Kindheit oder eine blühende Fantasie - oder beides. Vielleicht haben ihn auch reale Ereignisse beeinflusst. Bei IT spielt ein böser Clown die Hauptrolle, das Buch ist relativ kurz nach dem Prozess von John Wayne Gacy erschienen, der 33 Jungen und junge Männer brutal ermordete. Pikant dabei ist, dass er in Krankenhäusern Kinder aufmunterte als Pogo, der Clown und dieses Kostüm auch manchmal bei seinen Morden trug. Eine Inspiration für King? Hierzu schweigt der Meister.

IT hätte ich mir wohl auch nicht angesehen, wäre er nicht auf dem FFF gelaufen. Zu viel Hype und doch auch Mainstream-Horror. Aber:

IT ist ein perfekter Einstieg ins Filmfest, ein Film, der Horror und Fantasy vereint, mit wohldosierten jump scares aufwarten kann und einen überzeugenden cast hat. Sein 80er Jahre Feeling ist charmant und die Musik gut gewählt. Bill Skarsgard wird seiner Rolle als Pennywise gerecht und ist ziemlich gruselig. Da es sich um das erste Kapitel handelt, wird es eine Fortsetzung geben. (Was der informierte Kinogänger aber schon weiß).

Die Geschichte selbst handelt von Teenagern, die dem sogenannten Loser-Club angehören, die uncoolen Kids, die Nerds, die von der üblichen Schulgang gemobbt werden. Einer von Ihnen, der Neue, findet heraus, dass alle 27 Jahre ein Unglück in dem kleinen Städtchen Derry stattfindet und Kinder spurlos verschwinden. Ein anderer von Ihnen hat seinen kleinen Bruder auf diese Weise verloren und so macht sich der Loser-Club auf, das Geheimnis um das Böse und die verschwundenen Kinder zu lüften und den Kampf dagegen aufzunehmen.

Der Film beschränkt sich nicht auf die Horrorelemente, sondern zeigt neben dem fantastischen Horror auch den realen Horror, den die Kinder durchmachen: den Verlust des kleinen Bruders zu überwinden, den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden, Mobbing in der Schule, die erste Liebe... Also das typische Coming-of-Age Setting. Es ist dem Regisseur ganz gut gelungen, einen Horrorfilm abzuliefern, der auch genügend Platz für Emotionen und Charakterzeichnung lässt.

Allerdings gibt es für mich auch einen Schwachpunkt im Film: Die Kinder und Jugendlichen sind realistisch und vielschichtig gezeichnet, die Erwachsenen, mit denen sie zu tun haben, sind aber allesamt so unsympathisch, dass man fast freiwillig mit dem Clown mitgehen möchte. Das hätte man vielleicht besser machen können.

Soweit ich weiß, ist die Geschichte im Buch und in der Miniserie abwechselnd einmal aus der Perspektive der Erwachsenen und einmal der Kinder erzählt, diese Dimension fehlt in diesem Film, was jetzt nicht weiter tragisch ist, allerdings erinnerte mich IT in dieser Erzählform des Öfteren an Stand By Me.

Fazit: Gut gespielter Mainstream-Horror mit emotionalem Tiefgang. Für Freunde von Stephen King Verfilmungen und solche, die es werden wollen. Anschauen lohnt sich.
Michaela
sah diesen Film im Cinemaxx, München

07.09.2017, 02:22



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