von Fans für Fans

It

Gelungene Aktualisierung des Grauens

von mdbnase
Das Remake des TV-Zweiteilers kommt natürlich exakt 27 Jahre nach der ersten Verfilmung ins Kino. Die Erwartungen waren hoch und das Kino in Stuttgart beim Fantasy Filmfest daher auch ausverkauft. Anders als im Buch und auch der 1990er-Verfilmung wird hier lediglich der erste Teil der Geschichte (wenn man das so sagen kann, da im Buch ja zwischen den einzelnen Zeiten hin und her gesprungen wird) neu aufbereitet, was meiner Meinung nach eine gute Entscheidung ist.

Eine gewisse Skepsis war ob der bereits erwähnten hohen Erwartungen schon mit dabei, aber ich kann sagen, diese war unbegründet. Die Geschichte wurde, dem Alter des damaligen Fankreises entsprechend, angepasst und in die späten 1980er-Jahre verlegt, wodurch dem Fan des Originals ein neues Retro-Feeling vermittelt wird, welches aber auch absolut stimmig ist. Darum erinnert auch vieles an den ebenfalls auf einer Story von Stephen King beruhenden „Stand By Me“. Und auch das passt ausgezeichnet ins Bild, welches gepaart mit den Horrorelementen eine stimmige Gesamtatmosphäre ergibt. Besonders hervorzuheben sind die ausgezeichneten Jungdarsteller, die auch den einen oder anderen flotten Spruch von sich geben und auch Platz für visuell humorvolle Einlagen bieten.

Im Vordergrund steht dennoch die unheilvolle Bedrohung, sei es nun durch ES oder die realen Schreckgestalten, unter denen der „Club der Verlierer“ leidet. Auch eine weitere Befürchtung konnte schnell ad acta gelegt werden, nämlich die Darstellung und Inszenierung von Pennywise. Bill Skarsgård kann auf allen Ebenen überzeugen und schafft es, Pennywise eine wirklich unheimliche, bedrohliche Ausstrahlung zu verpassen, ohne Tim Curry nachzuahmen oder kopieren zu wollen. Da hatte ich ja schon meine Bedenken. Aber die Macher schaffen es, die unheimliche Bedrohung den modernen Sehgewohnheiten anzupassen und somit Pennywise auch einen neuen, ebenso erschreckenden Anstrich zu verpassen. Als Manko empfinde ich lediglich das Finale, welches durchaus intensiver hätte gestaltet werden können. Der Film kann ansonsten in allen Bereichen überzeugen, unterhält ebenso wie er fesselt und erschreckt.

Für beste Kinounterhaltung, der man Mainstream-Affinität allerdings nicht absprechen kann, ist hier auf jeden Fall gesorgt.
mdbnase
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart - Original-Review

10.09.2017, 04:42



Weitere Informationen (externe Links):