von Fans für Fans

Jungle

Harry wer?

von Blade
Ich kann gar nicht genug betonen, wie dankbar ich darüber bin, dass die Potter-Manie bis vor wenigen Monaten vollständig an mir vorbeigegangen ist und ich mehrere Gelegenheiten hatte, Daniel Radcliffe dabei zuzusehen, wie er sich die Seele aus dem Leib spielt, ohne den Ballast seiner Harry Potter Rolle ständig in meinem Kopf mitschleppen zu müssen. Mich frustriert es ein bisschen, dass viele Leute diese Rolle von ihm einfach nie ganz abschütteln werden und es für sie immer ein "Harry Potter in XYZ" statt eines "Daniel Radcliffe in XYZ" sein wird. Wie man bei Letterboxd in meinen Bewertungen für die Potter Filme sehen kann, gefiel mir die Reihe auf jeden Fall (ich habe allerdings keins der Bücher gelesen), aber es sind vorwiegend andere Filme aus seiner Filmografie, die jeden davon überzeugen sollten, was für ein guter Schauspieler Radcliffe bereits ist und zu welch wahrlich großartigem Schauspieler er bestimmt ist, wenn er seine Rollen weiterhin abseits der ausgetretenen Pfade sucht. Damit Vorhang auf für meinen thematischen Brückenschlag zu seiner Rolle in "Jungle", die man in einem Wort einfach nur als "Errungenschaft" bezeichnen kann.

Obwohl ich Horns mit ihm noch nicht gesehen hab, gab es bis dato bereits mindestens drei großartige Einträge in seiner Filmografie, die bereits zeigen, zu was für ein ambitionierter Schauspieler Radcliffe nach und nach wird, als da wären: der sehr atmosphärische Gothic Mystery Thriller "The Woman in Black", "Swiss Army Man" mit einer wirklich anstrengenden Rolle als Leiche und "Imperium", der es ihm erlaubt seine "Anfänger wird verdeckter Ermittler" Qualitäten beeindruckend unter Beweis zu stellen.

Als Neuzugang gesellt sich jetzt "Jungle" dazu, der sogar noch ein bisschen stärker ist als die zuvor genannten Filme und das maßgeblich, weil Radcliffe hier eine unglaubliche Tour de Force Darbietung abliefert, die auch genau im richtigen Moment des Filmes ihren Ursprung hat, denn gerade als man bereits ziemlich sicher ist, dass es sich hierbei um einen Film des Kalibers "unerprobte Gruppendynamik gerät aus den Fugen" handelt, wendet sich das Blatt.

In dem Moment, als Radcliffes Figur Yossi Ghinsberg dazu gezwungen ist, sich dem einzigen Gesetz des Dschungels zu unterwerfen - nämlich dem Überleben - hebt der Film förmlich ab und steigt in beeindruckende Höhen, die er erst gegen Ende minimal wieder verlässt, als eine Art Coda für das Publikum eingeblendet wird, die einen schlichtweg verblüfft darüber zurücklässt, dass es sich hierbei wirklich um eine wahre Geschichte handelt, wie es auch bereits ein einleitender Satz deutlich hervorgehoben hatte.

Harry wer?
Blade
sah diesen Film im Savoy, Hamburg - Original-Review

11.09.2017, 22:28



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