von Fans für Fans

Hounds of Love

Das reale Grauen

von mdbnase
Teenager Vicky gerät in die Fänge des Ehepaars White, das gerne junge Mädchen quält und tötet. Soweit so gut - oder auch nicht. Was uns Regiedebütant Ben Young hier bietet ist allerdings kein weiterer Tortureporn, sondern ein Abbild des realen Grauens.

Realismus ist das, was diesen Film, der in der OFDb als lediglich "Krimi" ausgewiesen wird, auch ausmacht und was dem Zuschauer den wirklichen Schlag in die Magengrube versetzt. Alles was hier dem Zuschauer zugemutet wird, kann genauso in der realen Welt passieren und das macht den Schrecken dieses wirklich fiesen, fesselnden Thrillers aus. Ein sadistischer Loser, eine von ihm abhängige Frau, ein argloser aber trotziger Teenager, sich sorgende Eltern, Polizisten die nur nach Vorschrift handeln. All dies mündet in dem, was keiner jemals erleben will, man aber sicher schon mal in der Boulevardpresse gelesen hat. Der Film konfrontiert den Zuschauer mit genau diesen Ängsten und auch dem was passiert, vor dem man seine Kinder immer gewarnt hat und was man erhofft, dass es einen niemals selbst betrifft.

Aber nicht nur das Inhaltliche überzeugt, sondern auch die Inszenierung. Zudem sind alle Charaktere glaubwürdig und das intensive Spiel der Darsteller lässt einen nicht nur erschaudern, sondern weckt auch viele Emotionen. Dadurch, dass die Gewalt meist hinter verschlossenen Türen stattfindet, bietet der Film zudem viel Spielraum für das eigene Kopfkino, dem man unweigerlich ausgesetzt wird und das ziemlich nervenaufreibend sein kann, wobei die musikalisch Untermalung das zu sehende zusätzlich intensiviert. Ein Film, der einem wirklich an die Nieren gehen kann, wenn man sich denn darauf einlässt.
mdbnase
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

13.09.2017, 01:13



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