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It

Review

von André Hecker
Wohl kaum eine andere Geschichte hat so viele Kindheitstraumata verursacht wie Stephen Kings ES/IT. Die grausige Geschichte um den Losers Club, der gegen das Böse kämpft, ist legendär, sowohl in der geschriebenen als auch der verfilmten Form. Tim Curry verkörperte Pennywise im Original unfassbar gut und bescherte vielen Menschen eine Clown-Phobie.

Im Jahr 2017 darf Andy Muschietti (Mama, 2013) diesen Stoff nun neu verfilmen, wobei der Film nur die Jugendzeit des Losers Clubs beleuchtet, ein zweiter Teil ist für 2019 angesetzt. Das Remake orientiert sich insgesamt natürlich stark am Original und ist teilweise sogar etwas näher am Buch als der Film von 1990. Dabei ist er insgesamt vor allem grafischer und direkter, was allerdings nicht jedem gefallen muss. Spielte sich vieles, vor allem Grausiges, damals noch in der Phantasie des Zuschauers ab, wird im Remake mit Gewalt und Abscheulichkeiten nicht gegeizt. Der Schrecken und ES hat stets eine Form und kommt deutlich plakativer daher. Die Wirkung wird dabei jedoch nicht verfehlt. Insgesamt wechselt die Optik stets zwischen freundlich und hell und dunkel und bedrohlich. Das wirkt sehr stimmungsvoll, kündigt aber auch meist damit schon die nächste Schreckenssequenz an. Leider hält sich der Film auch mit Jump Scares nicht zurück, was er nicht gebraucht hätte. In die Rolle des bösen Clowns schlüpft diesmal Bill Skarsgård, der seine Sache wirklich gut gemacht hat und Pennywise schön fies wirken lässt. Auch seine Bewegungen sind sehr surreal und unheimlich.

Eine weitere wichtige Grundlage des Originals ist die Freundschaft und unbändige Phantasie des Losers Clubs und ihrer alltäglichen Probleme als Heranwachsende. Die Jungdarsteller sind durch die Bank weg hervorragend, allen voran Finn Wolfhard (Stranger Things), der den vorlauten und frechen Richie verkörpert. Die Kids versprühen einen fantastischen "Stand By Me"-Vibe, der ihre starke Verbindung stets herausstellt. Man fiebert von der ersten bis zur letzten Minute mit ihnen mit, ist wütend, wenn sie von den Bullys der Schule aufgemischt werden. Dieser Teil des Films ist im Grunde auch viel wichtiger und stärker als der Horror-Anteil.

Was leider etwas auf der Strecke bleibt, ist die jugendliche Naivität und die Phantasie, mit der sie im Original gegen ES vorgehen. Der Losers Club besiegt das Böse, weil sie es sich vorstellen und in ihren Köpfen simple Dinge zu Waffen werden. Im Remake ist es die Freundschaft und der Zusammenhalt, die das Böse bezwingen können. Nur gemeinsam ist man stark. Immer noch eine schöne Message, aber nicht ganz am Original.

Zudem wirken einige Effekte etwas übertrieben und gegen Ende häufen sich zudem viele CGI-Effekte, die als praktischer Effekt deutlich besser gewirkt hätten. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.

Insgesamt ist IT ein rundum gelungenes Horror-Remake, mit einem großartigen Bill Skarsgård, genialen Jungdarstellern und großartiger Atmosphäre. Der Coming-of-Age-Part ist richtig stark, der Horror-Anteil etwas zu plakativ, aber immer noch wirksam.

In dem Sinne: GO LOSERS!
André Hecker
sah diesen Film im Savoy, Hamburg - Original-Review

13.09.2017, 13:01



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