von Fans für Fans

Black Hollow Cage

Black Hollow Mirror

von D.S.
Eine Handlungswelt, die genau wie unsere alltägliche Gegenwart gezeichnet scheint – wenn da nicht einzelne futuristische, zumeist technologische Elemente wären, die von den Protagonisten wie selbstverständlich genutzt werden und diese Welt damit als eine der Zukunft zu erkennen geben, in der ebendiese Innovationen den Menschen auf bedrohliche, subtile, aber nachhaltige Weise der Macht des "Geistes aus der Maschine" unterworfen haben: Das ist in etwa das Grundgerüst der allermeisten Episoden der großartigen britischen Mysteryserie BLACK MIRROR, und an jene habe ich mich von BLACK HOLLOW CAGE zunächst sehr stark erinnert gefühlt.

Eine hochtechnisierte Designervilla in einer scheinbar menschenleeren Welt, in steril-lebloser Ästhetik fotografiert, ein in Sekundenschnelle zu montierender Roboterarm, ein sprechender, mit menschlichem Bewusstsein ausgestatteter Hund – und über allem die dräuende Frage, was hier, was den Protagonisten eigentlich in der Vergangenheit passiert ist. Und, viel mehr noch, was hier, was ihnen eigentlich gerade passiert. Plötzlich ist da ein misshandeltes Geschwisterpaar, das in die behütete Festung von Vater und einarmiger Tochter eindringt. Ein schwarzer Kubus mitten im Wald, der auf obskure Weise mit seiner Besucherin kommuniziert. Und das Gefühl einer sich anbahnenden Katastrophe, die man weder einordnen noch aufhalten zu können scheint...: BLACK HOLLOW CAGE vermag zunächst extrem zu fesseln, man wartet wie gebannt auf das Aufdecken weiterer Story-Bausteine, die das Geschehen und seine Hintergründe aufklären können und auf die Konsequenzen des Ganzen, die unweigerlich auf uns lauern.

Leider IST dieser Film aber keine Episode von BLACK MIRROR – in seiner Handlung bei Weitem nicht so gestrafft und temporeich, in seiner Auflösung bei Weitem nicht so bissig und böse. Nachdem das seltsame Szenario irgendwann mit allen notwendigen Parametern etabliert worden ist, beginnt sich die Handlung etwas zu ziehen... und das ein gutes Stück zu lang. Die Erklärung des Mysteriums selbst wirkt dann auch ein wenig zu "profan", zu bekannt, unbefriedigend.

Durch die Darsteller von Vater und Tochter, vor allem aber auch durch das gelungene Produktions- und insbesondere das Sounddesign kann der Film wiederum Punkte gutmachen. Etwas mehr Tempo, etwas mehr von der Finesse des Storyaufbaus in ihrer Auflösung, und BLACK HOLLOW CAGE hätte ein kleiner Hit werden können. Freunden von SciFi-Mystery sei er aber auch so allemal empfohlen. 6/10 Punkten.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

17.09.2017, 02:25



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