von Fans für Fans

Kuso

Mir war noch nie so wie bei Kuso

von Frank
Wer gerne mal sehen möchte, wie ein Kakerlakenwesen, das im Arsch eines Menschen sitzt, eine grüne Fäkalflüssigkeit direkt in den Mund eines Menschen kackt, der ist bei Kuso gut aufgehoben. Und keine Sorge, es gibt noch weitere Ekelszenen.

Das sind, kurz ausgedrückt, keine Inhalte, die mir in irgendeiner Hinsicht etwas geben.

Warum ich nun trotzdem noch ein paar Punkte vergebe, liegt einmal am Soundtrack, der es mir ermöglicht hat, bei der Stange zu bleiben und den Film bis zum Ende zu schauen, entwickelt er manchmal einen Klangteppich von sphärisch hypnotischer Kraft, zu dem ich mich gerne länger hätte treiben lassen. Doch leider werden dazu Bilder gezeigt, die ich fast ausnahmslos schlicht nicht sehen wollte.
Dann sind die gelungenen Collagen zu nennen, die detailreich und liebevoll zusammengesetzt sind und für mich als Laie recht arbeitsintensiv aussahen.
Und zu guter Letzt ist mir die Schauspielleistung des einen Schauspielers (dessen Namen ich leider gerade nicht ausfindig machen kann) in der Sprechzimmerszene positiv aufgefallen und hat mich belustigt: Absurdes mit so überzeugendem Ausdruck zu spielen (Dialog mit einer Gummipuppe), dass er den Anschein aufrecht erhält, als agiere der Darsteller in einer ganz normalen Situation, ist nicht unbedingt einfach, und ich finde, das hat er hier gut gemacht.

Meiner Ansicht nach kann man dem Film also handwerklich ein gewisses Niveau nicht absprechen. Darüber hinaus hat er ein unterhaltsames Intro, nach dem ich mir für den Film allerdings mehr erhofft hatte.

Kuso erinnert daran, wie Überstimulanz mit immer den gleichen Reizen zu Gleichgültigkeit und Abstumpfung führt. Daher kommen die Ekelszenen irgendwann kaum noch als eklig an, sondern, wie auch die Story, nur noch als banal. So gesehen hab ich auf dem FFF durchaus schon Schlimmeres gesehen.

Ich hoffe, man kann aus dem hier Gezeigten nicht auf das Fucked-up-Level L.A.s schließen, befürchte es jedoch leider.
Eigentlich wollte auch ich den Film nicht bewerten. Da er aber auch, wie oben beschrieben, einige wenige Qualitäten aufweist, möchte ich meine Wahrnehmung hier mal in Punkten aufsplitten:

1,5 für Soundtrack und Soundkulisse
1    für die Collagen
0,5 für das Intro und überzeugend ernstes Schauspiel in einer absurden Szene.
Keinen Punkt für die Ekelszenen und das, was hier "erzählt" wird.
Insgesamt "dicke" drei Punkte, ja, ich hätte fast 3,5 gegeben. LoL
Frank

17.09.2017, 15:39



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