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Severance (2006)

Sehenswert

Als "das abgründigste, bluttriefendste … Splatterfest des Jahres" wird Severance im Programmheft angepriesen. Diese Beschreibung geht doch sehr am Film vorbei, was aber die meisten FFFler nicht überraschen wird, da die offiziellen Filmanpreisungen ja gerne zu Übertreibungen neigen. Da ich aber sowieso nicht so sehr der Splatterfan bin, hat mir Severance trotzdem gefallen. Wen der britische Humor in "Shaun of the Dead" angesprochen hat, wird vermutlich auch mit diesem Film gut unterhalten werden. Wer eher bluttriefenden Splatter will, wird - so vermute ich mal - z.B. mit "Hatchet" besser bedient werden.

Umstritten ist, ob die Mischung aus Horror und Humor hier wirklich gut funktioniert. Was den Fun-Factor angeht, so war ich doch sehr zufrieden. Was den Horror angeht nur eingeschränkt. Da muss ich schon sagen, dass der Humor da etwas gegensteuert. Es liegt nun mal in der Natur der Dinge, dass ein Film, der sich selbst nicht ernst nimmt, es schwer hat, gleichzeitig auch wirklich angsteinflößend und emotional packend zu werden.

Die Charaktere werden äußerst vielversprechend eingeführt und sind weitestgehend auch große Sympathieträger. Doch es fehlt ihnen etwas an Tiefe und Beziehungen untereinander, um wirklich mit ihnen mitfiebern zu können. Die Hauptdarsteller sind auch durchweg gute Darsteller. Die Bösewichter hingegen spielen grottenschlecht, was allerdings nicht wirklich schlimm ist. Aber ich denke, dass es dem Film durchaus gut getan hätte, wenn der Teamgeist, der ja das eigentliche Anliegen des Betriebsausflugs war, verstärkt in Form eines _gemeinsamen_ Team-Kampfes der Waffentheoretiker gegen die Söldner eingeflossen wäre.

Die Spannung leidet auch an der doch etwas absehbaren Gesamthandlung. Was der Film im Kleinen wirklich hervorragend schafft, nämlich nie langweilig zu werden, weil er abwechslungsreich ist und weil er sehr gekonnt mit Genre-Klischees spielt und immer wieder originell ist und zu überraschen weiß, gelingt ihm im Großen nicht. Da haben wir doch das übliche 0815-Da-waren’s-nur-noch-Neun-Spielchen ohne überraschendes Ende.

Fazit: Nicht mit übersteigerten oder falschen Erwartungen reingehen und sich dann 90 Minuten gut unterhalten lassen.
Wishbringer
sah diesen Film im Union 1, Bochum
OOOOOOO...
03.08.2006, 00:55
 

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