von Fans für Fans

Trench 11

Grabenkrampf

von Leimbacher-Mario
"Trench 11" bietet Klaustrophobie, unfreiwillige Komik, eklige Wurminfektionen und einen sympathischen Alki-Hauptcharakter - warum halte ich den unterirdischen Kriegshorror dann trotzdem für richtig schlecht, ärgerlich, einschläfernd? Weil er einfach kaum eine Kritik wert ist, so wenig Daseinsberechtigung besitzt er. Es geht um eine Truppe schablonenhafter Soldaten, die unter feindlichen Linien in deutschen unterirdischen Gängen rumirrt... warum, weiß keiner so genau. Vor allem, weil die Deutschen diese mysteriösen Bunker alle geräumt und abgeschlossen zurückgelassen haben... könnte da unten etwas Böses lauern? Vielleicht von Spaghetti-Würmern infizierte "Krauts"?

Ne, das war nichts, Leute. Da ist jede Erzählstunde mit Biene Maja aufregender. Der Film versucht es gar nicht erst und scheitert selbst daran noch. Da gucke ich doch lieber nochmal "Frankensteins Army", der war immerhin absichtlich witzig. Hier sind die "deutschen" Soldaten einfach nur Möchtegern-Hans Landas oder Lachnummern mit Ami-Akzent. Das beschränkte und unspektakuläre Setting dient nur einem Zweck, und zwar das Budget niedrig zu halten. Die Darsteller sind eher bemüht als begabt und sogar die wenigen Gorespitzen kann man verpassen, wenn man blinzelt. Carpenter oder Romero drehen sich in Bett oder Grab. Gurken lassen die Perlen umso stärker glänzen - doch "Trench 11" hat die Welt nicht gebraucht.

Fazit: Lahm, düster, unnötig - unter feindlichen Linien mit Spaghetti-Würmern und massiver Langeweile. Kein Horror, kein Krieg, nur unfreiwillig komisch durch die "Deutschen". DTV-Stangenware, wenn's hoch kommt. Eher kam es allerdings mir hoch...
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

23.09.2017, 02:39



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