von Fans für Fans

Mayhem

No one Raindrop thinks it caused the Flood

von D.S.
MAYHEM ist nicht nur der perfekte Party-, sondern auch der absolute Wohlfühlfilm für die FFF-Crowd: eine wahre Blutkanone, in der hemmungslos mit miesen Menschen aufgeräumt wird und in der endlich mal wieder keine Kompromisse gemacht werden.

Natürlich sind sämtliche Figuren und die schmale Handlung überzeichnet bis zum Geht-nicht-mehr, aber das spielt kaum eine Rolle: Wenn Anzugträger Derek (Steven Yeun, THE WALKING DEAD) inmitten eines durch einen Virus verursachten Massenamoklaufs im Bürogebäude seiner Beratungsfirma zur Jagd auf die Chefetage bläst und alle, die sich ihm in den Weg stellen, mit jeder nötigen Brutalität beiseite metzelt, kann man als Splatterfreund eigentlich nur noch glücklich grinsen.

Zumal dabei ausreichend Platz für schwarzen Humor und bissige Kommentare zur Corporate-Welt bleibt; unser Protagonist und sein sexy Sidekick Melanie (Samara Weaving, MONSTER TRUCKS) – im Gegensatz zu den meisten Nebenfiguren – hervorragend gespielt sind und der Film immer wieder regelrechte Chaos-Tableaus bzw. Gemetzel-Wimmelbilder präsentiert, bei denen im Hintergrund so viel vor sich geht, dass man das kaum alles erfassen kann.

Dass wohl nicht gerade besonders viel Budget vorhanden war, merkt man den zahlreichen Splatter-Effekten nicht an – wohl aber dem Setdesign, das uns eine triste Büroumgebung ganz wie aus dem echten Leben zeigt, komplett mit verkümmertem Licht aus Neonlampen als wesentliche Beleuchtung. Das wirkt eher deprimierend nüchtern als filmisch und tut nach 30 Minuten fast etwas den Augen weh. Auch Kameraarbeit und vor allem Score sind maximal alltäglich; mit anderen Worten: als reichlich uninspiriert zu bezeichnen. Und wenn wir schon bei den Negativaspekten sind: Die in die Handlung eingebaute Liebesgeschichte ist komplett überflüssig. Sie nimmt aber zum Glück nur wenig Raum ein und Tempo raus.

Filmkunst oder auch eine Satire mit intellektuellem Tiefgang sind hier beileibe nicht zu erwarten; dafür ein blutroter Fanservice, der in der Mitternachtsschiene perfekt aufgehoben ist – und mörderisch gute Laune macht. Im Rahmen des FFF definitiv 7 Punkte wert.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

23.09.2017, 05:54



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