von Fans für Fans

Double Date

Twice the Fun!

von D.S.
Benjamin Barfoots Langfilmdebüt bietet eine gehörige Portion Blut und noch viel mehr Humor – zwei schöne Sachen in einem, die DOUBLE DATE zu einer kleinen Festivalüberraschung und einem der Highlights im diesjährigen Mitternachtsslot machen. Das ganz besonders, da die Lacher hier nicht etwa durch bloße Situationskomik, Kalauer oder gar Vulgaritäten erreicht werden. Tatsächlich bewegt sich der Humor zumeist eher auf dem Niveau eines Edgar Wright, was auch bedeutet, dass uns gleich mehrfach wirklich originelle Witze und in dieser Form ungesehene Situationen serviert werden. Man hat hier also nicht nur mit ein paar Bier und einer Festival-Crowd im Rücken seinen Spaß.

Nun sind ein Danny Morgan als hoffnungslose Jungfrau Jim und Michael Socha (BEING HUMAN) als sein Macho-Kumpel Alex keine Simon Pegg und Nick Frost – ihr stellenweise spürbarer Mangel an Leinwandpräsenz wird aber absolut wettgemacht durch die zweite Hälfte des Darstellerdoppels: Kelly Wenham (DEAD SET) als atemberaubend schöner Vamp Kitty und Georgia Groome (LONDON TO BRIGHTON) als ihre schüchterne Schwester Lulu. Die beiden verkörpern ihre Ladys, die mit vollem Körpereinsatz und ohne Rücksicht auf Verluste beharrlich auf ihr finsteres Ziel hinarbeiten, mit spürbarer Lust an der Sache, die regelrecht ansteckend wirkt. Im Kino gab es jedenfalls nach mehreren ihrer blutroten Auftritte Szenenapplaus.

Insgesamt betrachtet steht das Blutvergießen hier jedoch nicht im Vordergrund. In erster Linie geht es um Alex' verzweifelte Versuche, seinem besten Freund Jim zum Verlust der Jungfräulichkeit zu verhelfen, und das möglichst noch vor seinem 30. Geburtstag, der unmittelbar bevorsteht. Bevor die beiden auf Kitty und Lulu treffen, gibt es deshalb bereits einige zum Fremdschämen schöne Situationen zu erleben, in denen sich Jim als Frauennichtversteher par excellence outet. Aber auch in der Folge ist DOUBLE DATE in erster Linie eine Komödie, eine hübsch böse allerdings; und eine grandios bizarre Sequenz bei einer Familienfeier ist gar dermaßen over-the-top seltsam, dass man nur noch prustend den Kopf schütteln kann.

Zwar ist das Tempo zwischendurch nicht hoch genug, mitunter fehlt dem Humor die Bissigkeit, nicht alle Witze sitzen und die Nebenfiguren sind durch die Bank zum Vergessen. Deshalb lässt sich ein Vergleich mit Filmen von Wright/Pegg/Frost auf ganzer Linie auch nicht halten. Aber das ist auch ein verdammt anspruchsvoller Vergleichsmaßstab. Legt man die Latte nicht ganz so hoch, ist DOUBLE DATE für Genrefans mit Lust auf Lachen zweifellos gelungene Unterhaltung – und Benjamin Barfoot und Danny Morgan sind ein Regie-/Drehbuchduo, das man unbedingt im Auge behalten sollte. Locker 6,5 von 10 Punkten. Da der Film in und um London spielt, gibt es als Bonus übrigens noch einen richtig guten Soundtrack.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

24.09.2017, 01:54



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