von Fans für Fans

The Villainess

Review

von André Hecker
Eine Frau, eine düstere Vergangenheit, ein hoffnungsvoller Neuanfang und ein eskalativer Rachefeldzug.

Anders als der Trailer vermuten lässt, steckt hinter dem Film tatsächlich viel mehr als nur dumpfe Action-Kost. Regisseur Jung Byung-gil nimmt sich Zeit, seine Charaktere vorzustellen, aufzubauen und ihre Beweggründe auszuleuchten. Nach einem reichlich temporeichen und blutigen Auftakt aus der Ego-Perspektive der Protagonistin Sook-hee bekommt der Film im Mittelteil sogar einen Drama- und beinahe-Rom-Com-Part spendiert. Das kommt ebenso überraschend wie erfrischend und wertet den Film enorm auf. Wenn es dann zur Sache geht, wächst anschließend aber auch kein Gras mehr. Die Choreographien in den Action-Szenen sind ebenso fantastisch wie hart, das Blut spritzt literweise.

Beim Pacing muss man sich auf das gewohnt oft etwas abstruse asiatische Storytelling einstellen. Obwohl The Villainess schon sehr westlich zugeschnitten ist, gibt es viele Flashbacks und Zeitsprünge, bei denen man gut im Auge behalten muss, wann sie einzuordnen sind.

The Villainess liefert hartes koreanisches Genrekino, irgendwo zwischen Oldboy, Hardcore Henry und Nikita.
André Hecker
sah diesen Film im Savoy, Hamburg - Original-Review

25.09.2017, 15:58



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