von Fans für Fans

Land of the Little People

Land der Fliegen

von Leimbacher-Mario
"Land of the Little People" ist einer der Geheimtipps in Sachen "Fresh Blood" (Preis für Regieerst- oder -zweitwerke) auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest. Und in einem ohnehin schon gesellschaftskritisch und politisch aufgestellten Programm, sticht diese israelische Kriegsmetapher und Bestandsaufnahme eines Landes, einer Jugend, nochmal heraus. Es geht um eine Clique junger Jugendlicher und zwei Kriegsdeserteuren in deren "Spielgebiet".

Dieses Coming-of-Age-Drama erinnert an eine Kreuzung aus "Lord of the Flies" und "I Declare War", nur eben mit dem Nahost-Konflikt, einem zutiefst militarisierten Israel als Rückgrat. Ich wette in seinem Heimatland, zieht dieser schockierende Kommentar noch weit mehr Wirkung und Traurigkeit nach sich. Doch auch als Außenstehender kriegt man hier, auf Grund der Alltäglichkeit, der Kälte und der Akzeptanz der Gewalt, oft genug eine Gänsehaut. Und wenn es nur halb so schlimm um das Land bzw. dessen Auffassung von Gewalt steht, dann muss selbst der hartnäckigste Optimist den Kopf hängen lassen und eine Träne verdrücken.

Fazit: Starker Kommentar zur Lage der israelischen Nation und seiner Jugend. Dieser Dauerkrieg hinterlässt wohl Spuren in der DNA eines ganzen Landes. Selbst ohne Verbindung oder persönlichen Bezug, macht das nachdenklich und traurig. Realer Horror, Alltag für die Kids.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

28.09.2017, 02:14



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