von Fans für Fans

Blade of the Immortal

Schnetzelmeister

von Leimbacher-Mario
Herzlichen Glückwunsch, Takashi! Doppelt, dreifach, endlos. Denn du hast mit "Blade of the Immortal" nicht nur deinen 100. (!!!) Film abgeliefert, sondern einen ganz großartigen zudem. Eine Comicbuchverfilmung irgendwo zwischen "Ninja Scroll" und "Seven Samurai". Typisch Miike, typisch groß, typisch saftig. Es geht um einen Loner im feudalen Japan, dessen kleine Schwester vor seinen Augen umgebracht wurde und der, nachdem er sich durch ca. 100 Mann geschnetzelt hat, von einer mysteriösen Hexe unsterblich gemacht wird... und das ist nur Intro!

Ich weiß nicht, ob der Macher von "Ichi The Killer" oder "Audition" schon mal ein größeres Budget zur Verfügung hatte. Aber mehr Spaß werden er und alle Beteiligten selten gehabt haben. Der Bodycount sprengt alle Skalen und ist gefühlt vierstellig, die Big Brother-Harmonie zwischen dem Protagonisten Manji und seiner "kleinen Schwester" ist jederzeit fühlbar und das emotionale Schlachtenepos bietet ein paar der denkwürdigsten Bösewichte des jüngeren Kinos, die ihre Comicursprünge zu keiner Zeit leugnen können oder wollen. Da will das Grinsen einmal um den Kopf reichen, so freut man sich einen ab.

Es geht um Rache, Ehre, Loyalität. Den Sinn des Lebens und des Sterbens. Große Klappe, viel dahinter. Die großen Namen des Asiakinos geben sich wie selbstverständlich die Klinke in die Hand und sind sich für Miikes Jubiläum selbst für Kurzauftritte nicht zu schade. Und die größte Errungenschaft der Schnetzeljagd: Trotz aller Totenberge, mystischer Gestalten und legendären Schauwerten, verliert er nie sein Herz und den Blick fürs Wesentliche. Die Beziehung zwischen Manji und seiner kleinen Auftraggeberin, die er bis in den Tod zu schützen schwört. Und dieser kann, wie der Titel schon verrät, noch etwas auf sich warten lassen...

Fazit: Eine würdige Nummer 100. All Hail Miike. Ein Meer aus Leichen, die Flüsse färben sich rot. "13 Assassins" meets "Leon, der Profi". Die schnellsten 140 Minuten des Jahres?!

P.S.: Warum ein kleiner Abzug? Wackelige Kamera in den Massenszenen und einseitige Kampfchoreos störten mich minimal.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

03.10.2017, 15:37



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