von Fans für Fans

The Villainess

Krachende X-Chromosome

von Leimbacher-Mario
"The Villainess" ist ein optisch betörender Mix aus "Nikita" und "Hardcore" und "The Raid", der krachend und zu Recht das diesjährige Fantasy Filmfest abschließen durfte. Eine spektakuläre Kampf-Oper, die Asiafans nasse Träume bescheren wird. Leider ließ er mich erzählerisch kalt, verwirrte, regte sogar auf. Und darunter leiden alle Figuren, meine Konzentration und die legendären Actionsequenzen, oft aus der Egoperspektive, reißen das für meinen Geschmack nicht mehr ganz heraus. Doch eins nach dem anderen. Erzählt wird konfus und labyrinthartig von der Ausbildung und dem Leben einer Killerin. Ihre Jugend, ihre Lieben, ihre Tochter, ihre Feinde, ihr Training, ihr Schicksal, ihre Rache.

"The Villainess" ist ein Overkill in vielerlei Hinsicht. Die Action ist schlicht unvergleichlich und die hyperaktiv-konfuse Erzählweise fließt schneller als der Rio Atrato. Eine sehenswerte Prüfung für alle Sinne. Eine Meisterleistung, z. B. der Kampfchoreographen, und vielleicht tut mir eine Zweitsichtung zum besseren Verständnis gut. Beim ersten Durchgang ist er jedoch momentan genauso Geduldsprobe wie Jawdropper. Durch seine extrem sprunghafte und wirre Erzählweise, wurden die Figuren ein ganzes Stück austauschbarer und selbst die härtesten Schicksale und die brachialste Action hatten nicht den Punch, den man hätte erreichen können. Das ganze wurde zu einem überlangen Tanz auf Leben und Tod, dem Emotionen, Erklärungen und Zusammenhänge egal scheinen. Und was bringt außerirdisch gute Action, wenn diese nur kalter, unpersönlicher Rahmen bleibt?

Fazit: Ein paar der stärksten Actionsequenzen, die je die Leinwand zierten, täuschen leider nicht ganz über eine unnötig kompliziert erzählte Geschichte und ärgerlich austauschbare Figuren hinweg. Für Asia-Actionfans trotzdem ein Epos.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

02.10.2017, 21:40



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