von Fans für Fans

68 Kill

Review

von MarxBrother81
Die asoziale Indie-Variante zu "Gefährliche Freundin" (1986), ist eine Mischung aus wüsten Proll-Humor, schwarz-humorig angedachten Ideen, mittelmäßigen Schauspielleistungen, zu vielen Bitch- & Hillbillie-Charakteren, gewollten Tarantino-Anleihen und Kopien, einer handwerklich soliden zweiten Regie-Leistung und einfach zu wenig Neuem aus der Welt des Indiefilms. Haaga war als Schauspieler ein Teil der Troma-Gemeinschaft, was man immer noch merkt, und was für Freunde des kranken Trashfilms nicht schlecht sein muss. Aber: Leider krankt sein pseudo-cooler Film enorm auf der Meta-Ebene des grenzerweiterten B-Films. Haaga versucht erst gar nicht richtig "abseitig" zu sein, sondern will auf Biegen und Brechen einfach nur durch seine gesellschaftsfernen Figuren amoralisch auftrumpfen, was er mit schwachen Asi-Sprüchen & derben Geschlechteranspielungen, einer öden Kameraarbeit, dreisten & sexbesessenen Schlampen, einem Weichling als tragende Hauptfigur, einer aalglatten & direkt disfunktionalen Inszenierung und viel zu wenig Gore leider nicht schafft. Sein von ihm geschriebener "Cheap Thrills" hatte bessere, clevere Momente als diese steril wirkende Gurke. Und auch eine Steigerung zu seinem mauen Regiedebüt "Chop" ist nicht wirklich zu erkennen. Gerade zum Finale wird es inhaltlich immer dünner und abgedroschener, Haaga eiert und stochert ständig im Geschehen herum ohne Ergebnisse zu liefern und zum Punkt zu kommen. Es fehlt durchgehend an blutiger Action & explizitem Splatter, welche nur in den letzten zehn Minuten mal stattfinden dürfen. Dafür drehen alle weiblichen Wesen ordentlich am Psycho-Rad und spielen mit den Gefühlen eines Mannes. Ergo: Fade, irgendwie lustlos umgesetzt und ohne geile Wow-Momente. Muss man sich also nicht geben. Kann man aber machen, wenn man ordentlich getankt hat. Für mich bitte vier Doppelte.
MarxBrother81

18.11.2017, 06:27



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