von Fans für Fans

Resolution

Tanz der Hippster

von Leimbacher-Mario
Bevor am Wochenende auf dem Fantasy Filmfest mit "The Endless" der indirekte Nachfolger zu "Resolution" läuft, wurde es Zeit diesen ruhigen, polarisierenden, sehr speziellen "Cabin in the Woods" Meta-Horror endlich unter die Lupe zu nehmen. Und was soll ich sagen: Ich halte ihn für eine der größten Erfrischungen im Horrorgenre der letzten Jahre. Er ist der Gegenpol zu Mainstream-JumpScare-Massakern und Stangenware wie dem vierten "Insidious", er ist gar nicht wirklich Horror und vielen viel zu unspektakulär. Doch bei den Leuten deren Nerv "Resolution" trifft, die werden ihn dafür umso mehr mögen. Zählt mich dazu! Das macht richtig Laune auf "The Endless" und mögliche Verbindungen. "Spring" war ebenfalls wundervoll. Definitiv zwei Jungregisseure die man im Auge behalten sollte.

Worum geht's in "Resolution"? Um zwei alte Kumpels in einer Hütte. Der eine ein verranzter Drogenjunkie, der andere kettet ihn fest und schickt ihn voller Hoffnung in einen kalten Entzug. Doch schnell geschehen seltsame Dinge in und um die einsame Waldhütte herum, was die langjährige, gebeutelte Freundschaft der zwei auf die Probe stellt... "Resolution" ist kein Schocker, er ist ein behutsamer Trip in die Seele einer Freundschaft, ebenso in das Aufblühen zwei junger Regisseure mit einem enormen Talent und extrem limitieren Budget. Allein die jederzeit authentisch und glaubhaft wirkenden Dialoge unserer zwei Insassen sieht man nicht alle Tage. Im Horrorgenre noch seltener. Alles wirkt ehrlich, bodenständig und für mich verdammt fresh. Zumindest im O-Ton.

Immer wieder vermischt sich untergründiges Unbehagen mit kumpelhafter Situationskomik, was das Abgleiten der eigentlich realistischen Situation nur umso sehenswerter macht. Ein cleverer Tonschnitt und eine grieselige Optik, die ihren Budgetnachteil zum eigenen Vorteil umwandelt, überzeugen einen dann restlich. Am ehesten ist das noch mit "Another Evil" oder "The Battery" zu vergleichen. Minimalistisch aber jederzeit effektiv. Horror mit wahrem Kern und großem Interpretationsspielraum. Beispielhaft und exemplarisch sei eine Szene im ersten Drittel genannt, in der der angekettete und scheinbar schlafende Chris auf einmal seinen Kumpel anspringt und ihn zwingen will, die Handschellen zu öffnen. Kein wirklicher Jumpscare, kein wirklicher Grusel, kein übernatürlich Driss - einfach eine überraschend realistische Herangehensweise die mich überrascht, überzeugt und gekriegt hat.

Fazit: Kreativ, anders, witzig - ein Horrorrausch voller Understatement und Besonderheit. Ohne Fingerspitzengefühl in der Horrorseele kann man diesem kalten Entzug gar nichts abkaufen. Mit, muss man ihn fast lieben!
Leimbacher-Mario

18.01.2018, 10:48



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