von Fans für Fans

Les affamés

Geht ein Mann zum Arzt...

von D.S.
Langsam, aber sicher ist das Thema Zombies durch. Denn fast alle Filme dieses Genres laufen - natürlich - auf dasselbe, auf den gleichen Ausgang hinaus. Der kanadische, mit brutal unverständlichen (aber dankenswerterweise untertitelten) anglo-französischen Dialogen arbeitende LES AFFAMÉS macht da keine Ausnahme, weshalb er mich insgesamt auch nicht übermäßig begeistern konnte. Im Vergleich mit den meisten seiner neueren Mitbewerber macht er seine Sache aber trotzdem ziemlich gut und kann über weite Strecken unterhalten, denn es gelingt ihm eine intelligente Mischung aus dezidiert spürbarer Endzeitstimmung, Hoffnungslosigkeit, trockenem Humor, herbem Splatter und hoch surrealen Momenten (die beizeiten ein wenig an LOST erinnern). Er ist also allemal ein ungewöhnlicher, verhältnismäßig origineller Vertreter seiner Art, dessen Gesamtstimmung vielleicht am ehesten noch mit THE BATTERY vergleichbar ist. Atmosphärisch, mit interessant unterschiedlichen Charakteren und mit immer wieder aufblitzenden extremen Härten versehen. Leider sind aber zwischendurch auch größere Längen zu verzeichnen, außerdem wirken Entwicklung und Interaktion der Charaktere miteinander ziemlich sprunghaft bis beliebig. Ein klarer Spannungsbogen ist zudem zu vermissen. Das Finale holt allerdings noch mal einiges raus, episches Blutvergießen, fein inszeniert. Insgesamt gute 6,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

21.01.2018, 01:41



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