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The Strangers: Prey at Night

Evil likes to play... 80s Popsongs?!

von Leimbacher-Mario
Der Erste gilt als eine der effizienteren amerikanischen Home Invasionen der 00er, ich liebe die 80er, ich verehre John Carpenter und bin immer für einen ordentlichen Slasher zu haben - also alles angerichtet für "The Strangers: Prey At Night"? Leider nur teilweise. Johannes Roberts ist ein solider Slasher gelungen, ohne wirkliche Längen und sicher nicht ganz so trostlos wie sein Vorgänger, den man absolut nicht gesehen haben muss, um mit dieser Opfernacht Spaß zu haben. Richtig umgehauen, erschreckt oder mitgerissen hat mich die düstere Hatz jedoch nicht. Wir folgen einer vierköpfigen Familie in einen Trailerpark-Resort. Doch als dort keine Menschenseele zu sehen ist und im süffisant-allgegenwärtigen Nebel seltsam maskierte Gestalten auftauchen, entwickelt sich der Ausflug schnell in einen Alptraum...

Was er macht, macht er solide. Was er erreichen will, schafft er. Leider zielt er dabei nicht besonders hoch und gibt sich nur oberflächlich Mühe. Oder sagen wir es so: er macht es sich sehr leicht. Ein Schauplatz, eine Familie, ein klasse 80er-Soundtrack und seine nihilistische Neon-Attitüde - kein offensichtlicher Grund zum Meckern, keine Gurke, keine Enttäuschung. Und trotzdem zweifellos auf der Fast Food-Schiene. Schnell konsumiert und schneller vergessen. Für zwischendurch. Ein Film, bei dem man im TV früher hängen und wach geblieben wäre. Danach aber niemals auf die Idee gekommen wäre, ihn sich in seine Sammlung zu holen.

Die Figuren bleiben austauschbare Schablonen, die Kills sind nur semibrutal (es soll aber eine Unrated ins Heimkino kommen) und die schmissigen Songs waren wohl das Teuerste am Budget... Reicht mir nicht. Bitte keine Fortsetzung. Denn das Thema ist durch. Besser als das Meiste der "Purge"-Reihe, ja. Doch das sollte nicht die Messlatte sein. Und ein paar feine Jump-Scares sollten nicht die Höhepunkte deines Films sein. Wie eine Schaufenstertorte - macht was her, kann sich sehen lassen, schmeckt aber kaum. Ein Blender. Carpenter it's not. Noch nicht einmal "Stranger Things" oder "It Follows", mit denen er sich sein Flair teilt.

Fazit: klingt mit dem deutschen Untertitel wie ein "Fack Ju Goethe"-Halloween-Special, ist aber eher eine Fortsetzung, nach der keiner gerufen hat, die aber trotzdem willkommen ist?... Geht so. Biedert sich arg am angesagten 80s-Retro-Chic an und bietet hinter dieser glitzernden Fassade wenig bis gar nichts Neues. Passable Trailer Park Invasion. Soundtrack pumpt sehr gut.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

06.05.2018, 02:03



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