von Fans für Fans

Pyewacket

Wünsch dir was - Das bereue ich!-Edition

von Leimbacher-Mario
Teenager und ihr Verhältnis zu ihren Eltern - schon immer ein gern genommenes Horrortopic. In "Pyewacket" wünscht sich eine Teenagerin den namensgebenden Dämonen herbei, der sich ihre Mutter vorknöpfen soll... eine extreme Maßnahme, die sie schnell bereut. Doch ist es überhaupt Pyewacket oder reitet sich das Mädel immer weiter in allzu menschliche Abgründe? Eine psychologische Studie über Mutter, Tochter und ihre Hassliebe zueinander, die natürlich in enger Verbindung mit dem Verlust des Vaters bzw. Ehemanns steht. Gar nicht weit weg vom Babadook und wesentlich emotionaler als schaurig. Zufriedengestellt hat er mich dennoch, da ich weder in die eine noch in die andere Richtung Erwartungen hatte.

"Pyewacket" verändert den "Dämonenmarkt" jetzt nicht direkt und ich kann verstehen, dass man vor allem die erste Hälfte zäh findet. Doch diese wird effektiv zum Aufbau von Atmosphäre und der Figuren genutzt, wodurch ich nie auch nur in die Nähe von Langeweile kam. Und spätestens, als man dann die ersten Umrisse des herbeigerufenen Dämonen sieht, hatte sich die Geduld gelohnt. Man sieht nicht viel, man hört noch weniger, man muss sich vieles selbst vorstellen und sein niedriges Budget macht sich bemerkbar (am Fehlen größerer Enthüllungen) - doch all das schadet "Pyewacket" nicht, er nutzt es sogar zu seinem Vorteil. Zuerst spürt man den Zorn des Erwachsenwerdens, dann die Trauer einer Familie und dann die Angst vor dem Unausweichlichen. Zudem klingt und schaut die Chose besser aus, als es das Budget je vermuten ließe. Eine Spirale des Verrücktwerdens. Genau so würde es ein Dämon machen. Ein erschreckend weltlicher.

Fazit: entschleunigt, stimmig, oldschool - "Pyewacket" hat mir hintenraus durchaus Angst gemacht und das Warten lohnt sich. Die Idee ist nicht neu, nicht spektakulär und nicht überraschend. Doch die Umsetzung ist auf den Punkt und rund, dezent und subtil. Allein manch ein Hintergrund (ich sage nur: guckt auf die Bäume!) ist erschreckender als die meisten Gorefeste. Eher Psychostudie als Horror, eher Mutter-Tochter-Drama als Grusel. Für Fans atmosphärischer Angst eine dezente Empfehlung. Seid vorsichtig, was ihr euch wünscht!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

07.05.2018, 02:01



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