von Fans für Fans

Isle of Dogs

Hundsgenial

von D.S.
Der knuffige Wohlfühlfilm des Festivals: ISLE OF DOGS ist ein Wunderwerk der Phantasie, voller schräger Charaktere, bösem Humor und den liebenswertesten Hauptfiguren seit ewig, was sogar ich als für gewöhnlich Hundehasser und Katzenliebhaber bestätigen muss. Insbesondere die Darstellung der Müll-Insel selbst, auf die der korrupte Premier eines fiktiven, dystopischen japanischen Megalopolis alle Hunde verbannt hat, ist so fantasievoll schräg, dass man sich auf ihr verlieren möchte.

Die Story selbst ist zwar im Wesentlichen nur eine Search-and-Rescue-Mission, aber mit so vielen sarkastischen bis zynischen Seitenhieben auf unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sowie seine handelnden Charaktere versehen, dass man kaum anders kann, als befreit aufzulachen – Wes Anderson kann sich durch das „unverfängliche“, von unserer Realität weit entrückte Format eine Menge erstaunlicher Boshaftigkeiten erlauben, und das nutzt er weidlich aus.

Weltbewegend ist das natürlich trotzdem alles nicht. Der Niedlich-Faktor läuft sich irgendwann tot, das Geschehen beschränkt sich zu oft dann doch nur auf „Gefahr tritt auf und wird auf schräg-spaßige Weise bewältigt“. Insofern ist ISLE OF DOGS sicher kein Film für die Ewigkeit. Aber er bietet jede Menge intelligent-amüsante Unterhaltung – mehr als jeder andere Film bei den diesjährigen Nights. Und damit auch ohne Frage ihr Highlight: knapp 8 von 10 Punkten. Zumindest, wenn man ihn im O-Ton, mit der sensationellen Riege an Original-Sprechern sieht.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.05.2018, 00:52



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