von Fans für Fans

The Strangers: Prey at Night

More of the same

von D.S.
THE STRANGERS war ein unfassbar dreistes Rip-off des französischen ILS (THEM), dessen Erfolg ich nie so richtig nachvollziehen konnte. Die Ankündigung, zehn Jahre später eine weiß Gott nicht exzessiv nachgefragte Fortsetzung rauszuhauen... das fand ich sogar noch seltsamer. Nach Sichtung ist jetzt eigentlich nur festzustellen: ohne konkretes Vorbild, dem man nacheifern kann, bleibt hier nicht viel übrig.

Das Sequel zum Liv-Tyler-Vehikel ist ein Home-Invasion-Thriller von der Stange, der im Wesentlichen aus dem Variieren von Motiven besteht, die man halt schon x-mal anderswo gesehen hat. Wobei es „Home Invasion“ nicht mal richtig trifft: Unsere Protagonisten sind hier zu Besuch, und werden gejagt, in einem Trailer-Park-Schrägstrich-Rentner-Resort. Der Scare-Faktor des Eindringens von Fremden in die scheinbare Sicherheit des trauten Zuhauses, des Geborgenheit verheißenden Rückzugsorts von der Welt entfällt also schon mal, was automatisch für atmosphärische bzw. Involvement-Einbußen sorgt. Tatsächlich wird hier viel herum- und durch ein weitläufiges Areal gerannt, Beklemmung durch räumliche Begrenztheit ist also auch eher weniger gegeben.

Was bleibt? Ein paar eiskalte, maskierte Killer auf der Hatz nach einer All-American Family. Okay, kann man sich ansehen. Ist solide, hat ein paar angenehm fiese Szenen, tut dem Genre-Fan beileibe nicht weh. Liefert aber auch nichts, woran man hängenbleiben würde. Abgesehen vom sicherlich ziemlich teuren 80er-Soundtrack, der immerhin Hits von Kim Wilde, Bonnie Tyler u.Ä. zu bieten hat – aber keinerlei Grund für ihren Einsatz. Denn dieser Film ist so wenig 80er, wie es ein dem Slasher grundverwandter Film nur sein kann. Und dieser nur allzu offensichtliche Versuch, ohne Sinn und Verstand auf einen Hype-Zug aufzuspringen, kostet nur weiteres Wohlwollen des Publikums, sprich Punkte. Übrig bleiben knappe 5,5 von 10 – als Genrebeitrag kaum der Rede wert. Im Gegensatz zur bemerkenswerten Schludrigkeit der Produktion (so explodiert zum Beispiel ein Auto mit Fahrer, aber in der Explosionsszene ist das Auto klar erkennbar vollkommen leer) und des Drehbuchs (du wurdest dreimal in die Luft gesprengt, erschossen oder sonstwie gekillt, stehst trotzdem immer wieder auf und heißt nicht Jason? Willkommen bei THE STRANGERS 2!).
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

09.05.2018, 00:38



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