Satan’s Slaves

Satansbraten

von Frank
Mein Eindruck war das der Film auf 35 mm gedreht wurde, ein filmischer Look mit ordentlicher Tiefendynamik und gesunder Bildschärfe. Den Look des Films möchte ich als sehr gelungen bezeichnen mit farblicher Betonung auf (Rot-)Braun, Beige und leichten Grüntönen.

Er verfügt über einen sympathischen, mir jedoch bis dato unbekannten Cast. Die Schauspieler überzeugen gleichermaßen in den humorvollen Situationen wie in der Darstellung ihrer Ängste in den Scary Moments.

Klassikern des Genres, wie z. B. OMEN, RING, SHUTTER, die vergleichend genannt wurden und die ich in Ermangelung der Kenntnis typischer indonesischer Horrorfilme hier heranziehe,
kann er jedoch nicht das Wasser reichen. Trotz spukigem Setting, sich selbst justierendem Kofferradio, einem unheimlichen Brunnen und Kinderzimmer mit Blick auf den Friedhof im Wald hinterm Familienhaus (wo soll man auch sonst wohnen?), erreicht SATAN’S SLAVE nicht die gruselige Atmosphäre seiner Vorbilder. Was nicht heißt, das man sich hier nicht anständig erschrecken kann, denn er macht zwar etwas inflationär aber durchaus effektiv Gebrauch von Jump Scares und überrascht ebenso wirkungsvoll wie sympathisch mit einer so noch nicht gesehenen Idee. Er hat auch lange nicht eine so gut durchdachte oder komplexe Story, auch wenn er gerne den Eindruck vermitteln möchte. Ebenso wirkt die Finale Szene etwas deplatziert, kommt zumindest überraschend und bietet immerhin eine erweiterte Sicht auf die Ereignisse. Man kann sich allerdings fragen, ob das eher einem spontanen Einfall geschuldet als so geplant war. SATAN’S SLAVE würzt sein Drehbuch mit ein paar humoresken Elementen, die jedoch nur sehr dezent Einfluss auf die Stimmung nehmen, sensiblen Liebhabern reinrassigen Horrors wiederum schon zu viel sein könnten. Die Szenen gegen Ende wirkten z. B. leider deutlich komischer als angebracht.

Soundtechnisch findet die Atmosphäre des Settings gute Unterstützung inklusive eines sich wie ein Mantra wiederholenden Glöckchentones, welches den Zuschauer effektiv auf bevorstehenden Schrecken konditioniert und entsprechend jedes Mal funktioniert. Klingeling.

Trotz vieler Jump Scares und leichter Zugeständnisse an westlichen Mainstream bleibt der Film atmosphärischer als zahlreiche andere Gruselbeiträge des Genres, bewahrt seine Identität und ist insgesamt als sympathisch zu bezeichnen.

Für Liebhaber klassischen Old School Horrors ist der indonesische SATAN’S SLAVE bei heruntergeschraubten Erwartungen also durchaus zu empfehlen. In HH wurde der Film gut aufgenommen. Verfehlt bei mir nur knapp die 7 Punkte.
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

19.09.2018, 17:26



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