Valley of Shadows

Spiegel der Seele

von Frank
Ein durch tragische Familienereignisse zerrüttetes Familienbild lässt den jungen Aslak weithin auf sich gestellt. Schafe werden gerissen, in den Tiefen des Waldes scheint eine Bestie zu hausen. Doch Aslak bezweifelt das es sich um ein gewöhnliches Tier handelt.

In VALLEY OF SHADOWS wird das narrative Grundgerüst schnell zur Nebensächlichkeit. Es dient lediglich als Ideengeber, setzt feine Impulse für die Bandbreite an Emotionen, die tiefe Erfahrungen und das Heranwachsen mit sich bringen können. Aslak begibt sich in die Tiefe der Wälder. Die Natur der Nordlandschaft verleiht einer von vagen Gefühlen überhäuften, im Ozean von Eindrücken treibenden Kinderseele einen Spiegel ihrer Orientierungslosigkeit. Nebel, Regen, ein Fluss; die natürlichen Elemente werden zu seinem Lotsen auf seiner kurzen Reise ins Ungewisse und evozieren eine seltsam akausale Spannung, in der letztlich das Sein an sich zur Mutprobe wird.

Während die sehr statische Kamera für mich mitunter zur Herausforderung wurde, hat mich der Film musikalisch und insgesamt atmosphärisch komplett vereinnahmt. Zbigniew Preisner kreiert mit Flöten, Klavier und sphärischen Sounds einen imposanten Soundtrack mit viel Hall, der große Räume erzeugt und den magischen Bildern einen ebenbürtigen Klangteppich zur Seite stellt. Im harmonischen Zusammenspiel entfaltet sich eine zeitlose Reise ins Ungewisse. Ein erstaunlicher Fresh Blood Beitrag, ein intensiver Mood Film voller Magie, eine filmische Meditation. Knappe 7,5 Punkte durch kleinen Fresh Blood Bonus.
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

21.09.2018, 15:46



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