crazy

Prospect

Digging in the Dirt

von Frank
In ein fantasievolles Setting getaucht, erzählt PROSPECT
seine einfache wie unterhaltsame, aber auch ein wenig eintönige
Geschichte, in deren Mittelpunkt Cee steht (Newcomerin Sophie Thatcher), die mit ihrem Vater auf einem Planeten mit hoher Vegetation landet. Dort geben sie sich, wie der Titel andeutet, Goldschürfern ähnlich auf die Suche nach wertvollen organischen Edelsteinen, bis sie bemerken, dass sie nicht allein sind.
Die toxische, menschenfeindliche Umgebung zwingt sie, in Raumanzügen mit Helmen den Planeten zu betreten, der Zuschauer wird gezwungen genau hinzuhören, denn unter den Helmen sind die Worte nicht immer klar verständlich. Man kann sich aber darauf einstellen, da der sprachliche Rhythmus den Film über weitgehend bestehen bleibt.

Überzeugend fand ich Schauspieler Pedro Pascal. Er bedient sich einer Mimik, die ihn wie eine Synthese aus Charles Bronson und Karl Urban erscheinen lässt. Seine Figur scheint mir am facettenreichsten: Egoistisch, aber kompromissbereit, cool und verletzlich, angsteinflößend und liebenswürdig. Sophie Thatcher kämpft sich wacker durch ihr Langfilmdebüt, doch es hätte ihr gut gestanden tougher zu agieren, was durch Korrekturen an ihrer Filmfigur und gezielte Schauspielführung sicher möglich gewesen wäre.
Den Spaß der Darsteller an der Sache kann man spüren. Leider wird dieses Plus (ungeachtet des ohnehin sehr langsamen Tempos des Films) durch eine gewisse Trägheit aller reduziert, sodass die Schauspieler trotz guter Chemie zwischen ihnen hinter ihren Möglichkeiten bleiben, meiner allgemeinen Sympathie für die Darsteller zum Trotz. Dafür ist nicht zuletzt auch das Drehbuch verantwortlich, dessen Figurenzeichnung Tiefe und Komplexität vermissen lässt.

PROSPECT bedient sich Western-Elementen. Seit SERENITY bringe ich der Fusion von Sci-fi mit Western große Sympathien entgegen, doch dieser Film ist in meinen Augen eher ein schlechteres Beispiel dieser Genre-Kombination.

Der Detailreichtum des Settings von PROSPECT ist erstaunlich. Hieran merkt man, wie viel Liebe das Kreativ-Team in die Umsetzung gesteckt hat. Besonders das Production-Design der technischen Ausrüstung, von den Raumanzügen, den Helmen, dem Raumschiff bis zu den verwendeten Werkzeugen, ist Old-School-Retro par excellence. Wobei der dauerhafte CGI-Gebrauch zur Darstellung der Atmosphäre des Planeten und floraler Details nach meinem Gefühl nicht besonders gut mit der übrigen Retro-Optik harmoniert. Hier tut sich doch leider eine stilistisch-ästhetische Kluft auf.

Der Soundtrack ist bemerkenswert. Er fügt dem Film eine epische Komponente hinzu, wobei ich klarstellen möchte, dass die Qualität insgesamt zu keiner Zeit epische Dimensionen erreicht.

Obwohl mich PROSPECT über seine Laufzeit ganz gut vereinnahmt hat und keine Langeweile aufkam, ist der Film von den Attributen packend, fesselnd oder gar soghaft leider weit entfernt, was in der Summe den oben beschriebenen Mankos geschuldet ist. Doch er kreiert eine überzeugende Atmosphäre, ist insgesamt sympathisch und erhält daher eine klare Empfehlung für Genrefreunde und Sci-fi-Fans von mir. Ganz besonders, wenn man berücksichtigt, dass er ein Fresh-Blood-Beitrag ist!
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

28.09.2018, 01:08



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