The Witch: Part 1 - The Subversion

Brain Damage

von Frank
THE WITCH... ist als Zwei- oder Mehrteiler (?) angelegt. So fällt der Story Aufbau sehr ausführlich aus, was mir gut gefiel. Richtig familiär und emotionsreich lernen wir den weiblichen Hauptcharakter Ja-Yoon, ihre "Eltern" und ihre quirlige Freundin kennen, während sie sich langsam verändert und an Bruchstücke ihrer Vergangenheit erinnert. THE WITCH... mag dabei nicht die bestmögliche Struktur gewählt haben, da dem Zuschauer schon zu Beginn wichtige Informationen gegeben werden, die er sich dann im Verlauf nicht mehr gemeinsam mit Ja-Yoon erschließen kann, da er bereits "Wissender" ist. Die Dramaturgie der Identitätsfindung eines JASON BOURNE kann der Film daher bei Weitem nicht bieten. Als Entschädigung überrascht er mit einer Kleinigkeit, die er jedoch leider etwas unspektakulär verpackt. Nun denn, Ja-Yoon ist als Figur sympathisch. Ihre Antagonisten hingegen, die jüngeren jedenfalls, wirken wie gelangweilte, schlecht erzogene, und eine Spur zu gewollt coole Jugendliche. Profillos nervtötend, so dass man ihnen einen schnellen Abgang aus dem Film wünscht. Erfreuliche Ausnahme ist die wortkarge Messer-Lady, eine Rolle analog der Hammer Frau aus THE RAID, die mehr Screentime und Kampfauftritte verdient hätte.

Die Kamera wählt passende Bilder und auch schöne Landschaftsaufnahmen, doch technisch sah mir das teilweise zu digital aus. Musikalisch ist der Film keine Offenbarung. Besonders die zweite Filmhälfte stört leider mit übertriebener Dauerberieselung im Hintergrund die Dramaturgie.

Stärke zeigt THE WITCH... in den kleinen Gesten, den emotionalen und witzigen Szenen sowie mit der Hauptfigur Ja-Yoon, ihrem im Drehbuch angelegten Charakter und dessen Background Story sowie durch die Verkörperung der Figur durch die Darstellerin Da-mi Kim. Auch ihre Freundin überzeugt als Nebendarstellerin.
Die Action Szenen mit denen sich THE WITCH... Zeit lässt, sind zwar nicht immer perfekt geschnitten, dafür aber meist wuchtig und blutig.
Seitens des Drehbuchs bleibt mir unverständlich warum eigentlich alle Ja-Yoon so vehement bekämpfen. Dazu braucht es wohl des nächsten Teils doch angesichts des Endes von Part One ist schwer vorstellbar wie hier die Lücken geschlossen werden sollen. Mehr soll hier nicht gesagt werden. Mir bleibt am Ende einfach ein bisschen das Gefühl zurück, das nicht die bestmögliche oder klügste Plotstruktur gewählt wurde, um die Geschichte zu erzählen. Das werden wir erst mit Teil 2 wissen. Auf den bin ich zwar neugierig aber THE WITCH: SUBVERSION hat mich trotz Sympathie für die Idee nicht soo umgehauen, das ich die Fortsetzung kaum noch abwarten kann.

Die seltsame Struktur des Drehbuchs, ein zu lang geratener Monolog im letzten Drittel, ein unspektakulärer Score und vor Allem ein profillos nervender Antagonisten Anführer sorgen dafür das PART ONE: SUBVERSION die 7 Punkte verfehlt. Dem gegenüber stehen eine interessante Idee, eine überzeugende Hauptdarstellerin und überhaupt (fast ausschließlich) gute weibliche Darsteller, wirkungsvolle emotionale Momente, ein paar nette Fights und ansprechende Landschaftsaufnahmen. Insgesamt wäre hier gefühlt mehr drin gewesen.
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

13.04.2019, 04:47



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