Nekrotronic

Dämonion Go!

von Leimbacher-Mario
Dämonen gab's schon immer. Doch nun sind sie im Internet los und wollen durch ein süchtig machendes Handyspiel die Weltherrschaft und Millionen Seelen an sich reißen. Allen voran eine Monica Bellucci, die selbst weit im zweiten Drittel ihres Lebens noch heißer aussieht, als es selbst die Hölle eigentlich erlauben dürfte. Zum Glück gibt es ein paar magische, auserwählte Kämpfer gegen diese Monsterplage und diese höllische italienische Hammerfrau...

„Nekrotronic“ zitiert viele „Lieblingsfilme“ - von „Ghostbusters“ über „American Werewolf in London“ oder „Hellraiser“ bis „Matrix“ erkennt jeder Genrenerd Altbekanntes deutlich wieder. Und dennoch wirkt das Ganze nicht wie eine billige Zusammenstellung alter Muster. Die Leidenschaft und der Spaß der Aussies für den Genrefilm schimmert jederzeit noch wesentlich deutlicher als das reine Kopieren, was es eh nicht ist. „Nekrotronic“ macht viel aus seinem kleinen Budget, überhebt sich trotz großer Idee(n) kaum und kombiniert geschickt Computereffekte und handgemachte Masken und Sets. Zudem ist der animierte Vorspann grandios, der kurz das neugierig machende World Building anstößt und die bonkers Ausgangslage erklärt.

Monica Bellucci ist immer eine Augenweide und es ist schön, dass sie eine solche kleine Produktion aus Australien verschönert. Selbst wenn sie wesentlich besser aussieht, als sie spielt. Ich hoffe sie hatte mehr Spaß, als es manchmal den Anschein macht. Der Rest der Crew versprüht mehr positive Energien. Vor allem der Geist des besten Freundes als Sidekick und oft erfolgreich Comedic Relief. In seinen besten Momenten erinnert das an Taika Waititi. Der Ton ist locker und leicht, ohne dass das auf den Blutgehalt geht. Ganz im Gegenteil, es spritzt zum Teil richtig fein von der Leinwand. Es gibt starke Frauenfiguren, genug Witze die treffen und man kann nicht anders, als die Produktion zu mögen. Vielleicht nicht der zukünftige Kultfilm, auf den man etwas gierig abzielt, aber eine verdammt gute Zeit. Kiah Roache-Turner sollte man meiner Meinung nach langsam mal ein fetteres Budget anvertrauen, da sich hier Leidenschaft, Talent und Filmwissen sehr cool ergänzen. Und vielleicht klappt es ja dann mit dem ganz großen Wurf. „Wyrmwood“ und „Nekrotronic“ sind mehr als sehenswerte Warm-ups.

Fazit: „Nekrotronic“ merkt man die Leidenschaft und den Spaß aller Beteiligten jede Sekunde an. Das macht Laune und zaubert immer wieder Lächeln ins Gesicht. Blutig, fetzig, budgetclever und erfreulich handgemacht. Macht Spaß, ein waschechter Partyfilm. Völlig drüber aus Down Under. Süß.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.04.2019, 14:47



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