The Witch: Part 1 - The Subversion

Ja-yoon Bourne

von Leimbacher-Mario
„The Witch Part 1 - The Subversion“ hat einen blöden, umständlichen Titel, doch das ändert am Film ja wenig und schmälerte meine Vorfreude wenig. Los geht's mit einer sehr atmosphärischen Bildercollage von verrückten Doktoren, die an Menschen/Kindern und deren Gehirnen herumexperimentieren. Besser kann ein Film kaum beginnen und Erwartungen schüren. Mysteriös und grausam. Erzählt wird dann von einer zurückhaltenden Jugendlichen mit besonderen Begabungen und einer geheimnisvollen Organisation, die eben „Freaks“ wie sie sucht, da sie vor 10 Jahren in deren Laboren erschaffen wurden und nun zur Gefahr werden könnten...

Was etwas nach einer Mischung aus „X-Men“ und „Wer ist Hanna?“ klingt, ist der Auftakt einer Trilogie zwischen Drama und Action, Fantasy und Mystery, Gewalt und Blödelei, Ost und West, die glatt auf einem Anime basieren könnte, dies soweit ich weiß aber nicht tut. Geschrieben und inszeniert von dem Kopf, der sich „I Saw the Devil“ ausgedacht hat, fängt „The Witch“ überraschend zaghaft an. Zumindest nach dem Intro. Man merkt, dass es sich um einen Auftakt handelt, es nicht wenige Figuren gibt, die man einführen muss und dass man scheinbar viel Zeit hat. Lange wird um die Fähigkeiten der jungen Frau ein Geheimnis gemacht und Charaktere werden einem unnötig lang nahe gebracht. Außerdem kann die hyperaktive beste Freundin als Comic Relief gehörig auf den Senkel gehen. Lange Zeit tut sich kaum etwas, selbst wenn man eine gewisse Spannung in der Luft nicht abstreiten kann. Mein Interesse baute aber zusehends ab, vielleicht habe ich sogar ein paar Minuten verdöst. Das war einfach zu zäh und zu ausufernd und zu asiatisch. Mit allem Positiven wie Negativen. Obwohl die junge Hauptdarstellerin ihre Sache richtig grandios macht, erst recht im dann aufdrehenden letzten Drittel, wo sie auf einmal um- und der Film drei Gänge hochschaltet. Die finale Auseinandersetzung macht keine Gefangenen und ist gewalttätig gut, macht doch noch Lust auf mehr. Wenn man dann aber von Beginn an nicht vergisst die Handbremse zu lösen und keinen Hehl aus etwas macht, wofür man eigentlich Eintritt bezahlt hat. Und wenn man der Kleinen einen ebenbürtigen Gegner hinbastelt, denn der Gottmodus sieht nice aus, verliert aber natürlich schnell an Reiz.

Fazit: „Jason Bourne“ trifft „Dragonball Z“?! „The Witch Part 1 - Subversion“ bietet zumindest im letzten Drittel genau das, was man sich erhoffen könnte. Davor ist fast nur unverschämt zähe Exposition. Wenn man so langsam erzählt, ist es kein Wunder, dass man von Beginn an eine Trilogie ansetzt...
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.04.2019, 23:19



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