Extremely Wicked, Shockingly Evil, and Vile

Gerichtsposse

von Alexander
Ich bin kein großer Freund der in den USA so überaus beliebten Courthouse-Dramen, die endlos zwischen der „Für und Wider“ – Rhetorik selbstverliebter und mitunter auch überbezahlter Rechtsverdreher kreisen und uns stundenlang das Hirn mit Argumenten und ellenlangen Sätzen verkleben. Ich finde das quälend, lähmend, langweilig. Das gesamte amerikanische Rechtssystem mit allem was dazu gehört, ist mir ein Gräuel, und spielen mehr als 2 % eines Films in einem Gerichtssaal, hab ich eigentlich schon keine Lust mehr.

So auch bei diesem erneuten Aufguss der „Ted Bundy“ – Geschichte, die mit so gar nichts wirklich fesseln oder gar überraschen kann. Wir wissen von der ersten Sekunde an, das Bundy ein mieses Serienkillerschwein ist, der eine angemessene Strafe mehr als nur verdient hat. Warum sich dann 2 quälende Stunden lang damit beschäftigen, welch schauspielerisches Talent als Liebhaber in ihm steckten, wie er seine Freundin verarscht hat und wie viel größenwahnsinniger Narzissmus ihn dazu trieben, im Gerichtsraum trotz seiner ausweglosen Situation nochmal so richtig Gas zu geben? Das war nicht spannend, nicht überraschend, nicht mal von der Idee her neu, allenfalls pervers mit leichtem Hang zur Komik.

Da verkommt eine eigentlich beklemmende Serienkiller-Geschichte zur langweiligen Gerichts-Posse mit weiland bekanntem Ausgang. Lediglich die scharfzüngigen Kommentare des Richters vermochten zu entzücken. Ich war gelangweilt und hab mich durch den langen Film regelrecht hindurch gequält.
Alexander

14.05.2019, 10:37



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