Cutterhead

Review

von roother82
Ein klaustrophobisches Setting ist besonders in Genrefilmen ein gern genommenes Mittel, um beim Zuschauer ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend zu erzeugen. Kein Wunder: So lässt oft die Enge, die scheinbare Ausweglosigkeit eine Form der Empathie entstehen, die es uns einfach macht, sich in die Situation hineinzuversetzen und die damit verbundenen Emotionen spürbar zu machen. Wenn dann noch die Handlungen der Protagonisten nachvollziehbar sind und das Sounddesign diesem visuellen Nihilismus unterstreicht, hat man eine gute Grundlage geschaffen, den Puls des Zuschauers unangenehm in die Höhe zu treiben.

Cutterhead gelingt dies durch seine fast schon schmerzhaft reale Herangehensweise. Während der Recherche einer Journalistin über die Arbeit in einem Bohrtunnel, bricht ein Feuer aus. Die Kamera fängt bis auf wenige Ausnahmen das Geschehen fast schon dokumentarisch ein. Mit fortschreitender Eskalation der Situation wird auch der Raum zum Überleben immer enger und enger. Manchmal wird hier das Geschehen nur durch das Licht eines Handydisplays beleuchtet, was dem Setting weiteren Realismus verleiht. Auch das Verhältnis der drei Eingeschlossenen untereinander wird von Minute zu Minute angespannter, man sieht förmlich die Eskalation auf sich zu rasen.

Leider verliert Regisseur Rasmus Kloster Bro gegen Ende dieses durch Realismus geprägte Setting und konzentriert sich eher auf klassische Survival-Motive. Dies ist zwar schade, aber visuell beeindruckend inszeniert.

CUTTERHEAD ist der dänische Eintrag in die Liste klassischer klaustrophobischer Thriller wie Buried, Eden Log, Cube oder Devil und reiht sich hier zwar nicht ganz vorn, aber zumindest im vorderen Drittel ein.
roother82

30.08.2019, 19:21



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