It Comes

Hä?

von Alexander
Ich sag's am besten gleich am Anfang: Vom Macher des genialen „World of Kanako“ hätte ich mehr erwartet, da hat „It Comes“ brutalstmöglich meine Erwartungen unterlaufen, mich stellenweise ratlos im Kinosessel zurückgelassen und mehr als nur 1 x die Wirkung einer Schlaftablette entfaltet.

Es sei Tetsuya Nakashima noch einmal verziehen, dass er uns in der gefühlt kompletten ersten Hälfte des ohnehin sehr langen Films an einer zwar (wie alles in diesem Film) quietschbunten, allerdings spannungsarmen und öden Hochzeitsfeier teilhaben lässt, die man bestenfalls noch als japanische Sozialstudie und -Kritik begreifen kann, und die meine Geduld ähnlich strapazierte wie seinerzeit die sich ins Endlos ziehende Feier am Anfang von „The Deer Hunter“ (auch wenn der Vergleich hinken mag).

Was ich einem Film der sich in fettem rot „Geister!“ auf die Fahnen schreibt allerdings nicht verzeihen mag, ist die in weiten Teilen der Geschichte vollkommen spannungsarme Handlung, die allenthalben höchstens mal von ein paar kurzen blutigen oder anderweitig verstörenden Szenen unterbrochen wird, ansonsten allerdings nur sehr selten an das erinnert, was man sich unter einem „Geisterfilm“ vorstellen mag.

Dabei ist „It Comes“ definitiv nicht uninteressant gemacht, hat unendlich viele witzige Ideen, blutige Bilder, seltsame Typen, erotische Frauen und absurd-komische Szenen zu bieten, die sich nur sehr allmählich zu einem immer noch recht unverständlichen Mosaik zusammensetzen lassen. Das ist von einer kohärenten Erzählungsweise alles ähnlich weit weg wie ein Quentin Dupieux–Film, machte mir in Teilen allerdings zumindest Spaß. Wirklich verstanden habe ich den Film aber wohl nicht.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.09.2019, 10:38



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