Vivarium

Raus bist du noch lange nicht

von D.S.
So simpel, so monoton, so hochgradig verstörend: VIVARIUM ist das unheilige Bastard-Kind einer Orgie von CUBE, BRAZIL, DARK CITY und der TRUMAN SHOW; eine hinterhältige Persiflage auf Spießer-Träume vom kernkonformen Suburbia; eine zutiefst verunsichernde Parabel auf das unmenschliche Ausmaße annehmende Verbots-, Kontroll- und Sicherheitsstreben westlicher Gesellschaften. Und ein großer albtraumhafter Spaß!

Im Wesentlichen ein 2- bis 3-Personen-Kammerspiel, lebt VIVARIUM einerseits vom eindringlichen Spiel von Jesse Eisenberg und Imogen Poots als junges Paar, das auf der Suche nach dem ersten Eigenheim Gefangener der perfekten Vorortsiedlung wird. Andererseits aber auch von der meisterlich konstruierten „Single Location Horror“-Situation, in der die Charaktere zur Abwechslung mal die offensichtlichsten Lösungsansätze NICHT übersehen – und trotzdem keinen Ausweg finden.

So buchstäblich artifiziell das ganze Set-up auch wirkt, man kann sich als Zuschauer irgendwie doch sehr gut in die unmögliche Situation hineinversetzen, die unserem Pärchen den letzten Nerv (oder gar den Verstand) raubt, und ist schnell dabei, gemeinsam mit ihm nach Antworten zu suchen; nach Erklärungen für das Mysterium, in dem sie sich befinden; nach einem Schutz vor dem dräuenden Bösen, das unübersehbar in der Luft liegt.

Stimmungsseitig ist CUBE wohl tatsächlich der beste Vergleich. Und wenn VIVARIUM auch eine ganz anders gelagerte Sorte Film ist, man hier zum Beispiel auf derbe SFX besser nicht warten sollte, dürfte der Film allen Freunden des Erstgenannten mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auch gefallen.

Kleines feines Unwohlfühlfilmchen – 7,5 Punkte und eine klare Empfehlung.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

11.09.2019, 01:03



Weitere Informationen (externe Links):