Angel of Mine

Trauerspiel

von D.S.
Aus Gründen besuche ich das FFF 2019 erstmals seit über 20 Jahren nicht mit einer Dauerkarte – und das hat Konsequenzen: Hätte ich einen Film wie ANGEL OF MINE früher wohl als bedauerlichen, aber insgesamt unerheblichen Kollateralschaden verbucht, tut er mir heute richtig weh. Schließlich hat er mich ganz konkret spürbare 10 Euro gekostet. Für...? Drama-Ware, wie man sie eher auf dem „Lifetime“-Channel erwarten würde.

Ja, Noomi Rapace spielt wieder einmal grandios auf – wie in der „Millenium“-Trilogie heißt ihre Figur übrigens auch hier Lisbeth, weist mit der genialen Hackerin ansonsten jedoch kaum Gemeinsamkeiten auf. Vielmehr verkörpert Rapace in diesem Fall eine durch den Verlust ihrer Tochter vor sieben Jahren noch immer schwer traumatisierte Mutter, die im Kind einer anderen Familie ihren eigenen Nachwuchs zu erkennen glaubt und sich immer stärker in ihre Annahme hineinsteigert...

Leider tut sie dies auf zwar sehr glaubwürdig gespielte, jedoch für das Publikum nicht sonderlich spannende oder gar aufregende Weise. Als Thriller kann ANGEL OF MINE deshalb auch kaum bezeichnet werden. Wer grundsätzlich Gefallen an einem psychologischen Drama mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin finden kann, wird durchaus Stärken am Film entdecken können. Ich selbst hatte etwas anderes, genre-affineres erwartet und war deshalb insgesamt eher enttäuscht – und von den finalen Drehbuch-Volten sogar leicht verärgert. Deshalb auch nur 5 Punkte; in einem anderen Sichtungszusammenhang hätte ich vielleicht mehr vergeben. So aber fühlte es sich fast nach verschwendeter Lebenszeit an.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

11.09.2019, 15:22



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