Something Else

Ich sehe was, was du nicht siehst!

von Alexander
Niemand hat doch bitte ernsthaft erwartet, von den Machern des minimalistischen „The Battery“ einen auch nur halbwegs normalen Film aufgetischt zu bekommen, oder? Genau! Und deshalb konnte auch „Something Else“ meine eigentlich nicht sehr hoch geschraubten Erwartungen nicht unterbieten, sondern hat diese sogar vortrefflich übertroffen.

Zunächst einmal sei der wirklich gute Soundtrack erwähnt, der einfach nur großartig zu dem Film und der schwülen, flimmernden Südstaaten-Atmo passt und vielen Szenen wirklich den letzten Schliff gibt. Manche Songs passen zu einzelnen Szenen wie die Faust aufs Auge, sowohl musikalisch als auch von den Lyrics. Dann der Humor. Was die beiden Buddies Hank und Wade hier beim Bier an geistreichem Blödsinn in ihre Bärte brabbeln, ist sowas vom Feinsten – lange konnte ich nicht mehr so oft bei einem Film auf dem diesjährigen Fest ablachen wie hier. Situationskomik pur, saukomisch, mitunter subtil feinstofflich, manchmal echte Brüller, aber auf alle Fälle immer zum Schmunzeln.

Denn Buddy Hank ist ein grundsolider, sympathischer Typ, den man sofort gerne als Freund hätte. Er ist zufrieden mit seinem einfachen Leben in einem großen, aber umso verranzteren Haus, das mit seiner geschmacklosen Einrichtung ganz bestimmt niemals für „Schöner Wohnen“ fotografiert werden dürfte. Er mag Musik, viel guten Alkohol, seinen besten Freund und ist glücklich mit seinem einfachen Leben und seiner Freundin. Das Leben könnte so schön sein …

Doch irgendwann ist die Freundin plötzlich weg und ein Monster schleicht des Nachts um das Haus herum .. Alles nur Einbildung, eine Halluzination aufgrund exzessiven Alkoholkonsums? Der schlechte Traum eines gekränkten Mannes? Niemand mag Hank die Geschichte mit dem „Monster“ so wirklich abkaufen, und als Zuschauer kommen einem irgendwann ebenfalls Zweifel, ob es denn wirklich eines gibt ..

Mehr soll nicht verraten werden, nur dass „Something Else“ in Teilen wirklich spannend ist und einen mit seinem permanent zwischen absurd komischen, gruseligen und auch ernsthaften Szenen durchaus herauszufordern weiß. Und trotz der mitunter unerwartet tiefsinnigen und in Ansätzen vielleicht auch philosophischen Dialoge (und auch Monologe) sollte man vielleicht nicht zuviel in diesen kleinen Film hineininterpretieren, sondern einfach nur Spaß an ihm haben.

„Something Else“ ist wirklich mal „Was anderes“, wegen solcher Filme gehen wir doch aufs Fest. Und deswegen gibt das von mir als hocherfreutem Filmfreund, der mit einem fetten Grinsen den Kinosaal verlassen konnte, dicke 7 Punkte.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

14.09.2019, 18:19



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