Rabid

The Häus of Günter

von Alexander
Kann man es den Soska Sisters verübeln, uns Cronenberg-Fans ein Remake seines nicht unbedingt besten Films „Rabid“ zuzumuten? Ich finde nein.

Die Regisseurinnen schaffen es natürlich nicht, das typische Cronenberg-Flair seiner 70er-Jahre-Produktion einzufangen, aber das war ja auch bestimmt nicht so gewollt und „Rabid“ sollte auch kein Shot-by-Shot-Remake sein, sondern der ziemlich bösen Geschichte vielleicht etwas neues Leben einhauchen. Ok, contradiction in terms, man verzeihe mir das kleine Wortspiel.

Wer auf blutigen „body horror“ steht, wird hier mit recht ekelhaften Szenen auf seine Kosten kommen, und auch das für Cronenberg so typische Appendix-Feature von sich im Schleim windenden Körper-Mutationen wird zitiert. What you see is what you get, weniger Anspruch, viel Horror und Blut, fiese Szenen, Spannung und brutaler Exzess.

Dabei versucht der Film auch etwas Kritik am Schönheitswahn unserer Zeiten zu üben, suhlt sich in den Befindlichkeiten zugekokster Models und haut mit „Günter“ eine überzeichnete und grotesk komische Figur des überdreht-oberflächlichen Mode-Designers raus, der rüberkommt wie ein aufgedunsener Lagerfeld mit Sprachfehler. Das ist stellenweise unpassend witzig, meistens aber so unterhaltsam, dass ich dem Film für sein comic relief, auf das ich in Horrorfilmen sonst eher verzichten kann, ausnahmsweise einmal nicht böse sein konnte.

Vorhersehbar natürlich, denn wer kennt nicht das Original, doch so unerträglich gemein und erfrischend unterhaltsam inszeniert, dass der Horrorfan nicht anders kann, als wenigstens 7 Punkte für einen richtig gemeinen Film zu vergeben. Und Laura Vandervoort ist schon eine kleine Augenweide.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

14.09.2019, 19:48



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