Ready or Not

Brautalarm

von Leimbacher-Mario
Seinen Traummann und in eine unendlich reiche Familie heiraten, das in einer riesigen Villa und als Ausklang des Abends noch eine Runde... Brettspiele?! Der Traum einer jeden Frau...?! Naja, geht so. Erst recht, wenn in „Ready or Not“, der mal gar keine Sekunde verschwendet und direkt zur Sache kommt, sich eine bezaubernde Braut in eben dieser Situation wiederfindet und „Verstecken“ spielen muss mit der neuen, mysteriösen Family. Der Haken: hier geht es um Leben und Tod...

„Ready or Not“ ist die perfekte Unterhaltung für zwischendurch. Kalorienarm und sogar für erste Dates geeignet. Denn die Fox-Produktion ist definitiv einer der zugänglichsten (Fun-)Splatterfilme der jüngeren Vergangenheit. Im Königreich der Maus wird sowas in Zukunft eher schwer... Zurück zum Film, denn der macht durchgehend richtig Laune, war auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest nicht ohne Grund ein Publikumsliebling. Egal ob man hartgesotten ist oder noch Einsteiger in Sachen Gore und Gedärme - hier bleibt kaum ein Auge trocken. Der Look ist hochwertig, das Tempo kennt nur Vollgas und was Brian Tyler an den Reglern aufdreht, pumpt ziemlich episch den Adrenalinpegel hoch. Dazu ist die Besetzung hochkarätig und mit viel Esprit, Chemie und Augenzwinkern bei der Sache. Extrapreise gibt’s für die grimmige Tante mit der Axt, für den Ex-O.C.-Star Adam Brody und natürlich unsere Heroin Miss Weaving. Was für eine Frau, was für ein Charisma, was für eine Power, was für eine Braut! Ein gewisser „Cluedo“-Vibe für Grown Ups kann auch nicht wegdiskutiert werden. Störend oder leicht enttäuschend empfand ich eigentlich nur manch eine spontane, unlogische Charakterentscheidung und dass der Ton doch deutlich weg von Horror, mehr Richtung Comedy ging. Kein Kill, kaum eine Wunde, kein Charakter ist hier wirklich ernst zu nehmen, wenig tut wirklich weh und überall liegt trotz literweise verspritztem Lebenssaft ein massenkompatibler Filter. Was ja nicht unbedingt schlimm sein muss. Nur man sollte keinen allzu langanhaltenden Magenschlag erwarten. Eher das Gegenteil. Hier ist alles leichtfüßig, etwas 90er und erfrischend unernst, naiv, kindisch. Massentauglicher Mitternachtszauber. Kann man sich sehr easy und locker geben. I like!

Fazit: für einsteigerfreundliches Genrekino richtig fetzig, saftig, rotzig und massiv unterhaltsam. Kurzweile fett gedruckt. Und Samara Weaving bietet sich als umwerfende neue Blutqueen mehr als nur an. Im Endeffekt immer noch recht glatter Mainstream - aber welcher, der unerbittlich rockt und selbst hartgesotteneren Horrorheads einen sehr gelungenen Abend bereitet. Für Spiele- und Splatterfans. Eine süße Kombi.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.09.2019, 01:55



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