Light of My Life

Die Arche Affleck

von Herr_Kees
Einen Film mit einer rund viertelstündigen Gute-Nacht-Geschichte der Arche Noah aus der Perspektive zweier Füchse beginnen zu lassen, ist natürlich eine klare künstlerische Entscheidung, ein Statement über Art und Erzählweise des folgenden Films.

Wer also den Anfang übersteht oder womöglich gar goutiert, wird auch mit den restlichen knapp eindreiviertel Stunden von Casey Afflecks Regiedebüt zurechtkommen. Wer diese Zeitlupenerzählweise für pathetisch und prätenziös hält und der Ansicht ist, das Subgenre des Endzeitfilms habe seit THE ROAD, IT COMES AT NIGHT & Co. ohnehin nichts Neues mehr beizutragen, wird von diesem Film nur weiter ins Recht gesetzt.

Denn außer einem intensiven Vater-Tochter-Bonding passiert hier bis kurz vor Schluss kaum etwas und schon gar nichts, was man nicht in anderen Filmen schon besser, wenn auch nicht so langsam gesehen hätte. Vielleicht hätte es auch schon geholfen, die etwas rührseligen Rückblicke mit Elisabeth Moss (no offense, gute Schauspielerin) herauszunehmen.

Was jedoch wirklich unverzeihlich ist: Dass der Film das Potenzial seiner Story nicht wahrnimmt, um einen Kommentar abzugeben zu Themen wie gendergerechter Erziehung oder den wahren Konsequenzen einer Welt ohne Frauen. Aber dafür ist Casey Affleck angesichts seiner metoo-Geschichten vielleicht auch einfach nicht der Richtige.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

14.09.2019, 23:06



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