Harpoon

Schiffbruch ahoi

von D.S.
Die kleine, kompakte, sich aufs Essentielle beschränkende Indie-Produktion HARPOON ist smart, fies und macht Spaß – viel mehr, als man angesichts der preisgünstigen Optik, den durchweg eher unsympathisch gezeichneten Protagonisten und der extrem „begrenzten“ Ausgangssituation vielleicht erwarten würde: Drei junge Leute (darunter als „Jonah“ Munro Chambers, das „Turbo Kid“ höchstselbst) treiben auf einer kleinen Yacht auf dem Atlantik, der Proviant ist äußerst knapp, die Konfliktherde sind dafür zahlreich.

Daraus entwickelt sich jedoch nicht etwa ein dialoglastig-anstrengendes Kammerspiel, sondern ein beizeiten richtig gemeiner Thriller um Freundschaft und Eigennutz, der sich bei fortschreitender Laufzeit immer wohliger in eine Aura des erstaunlich Makabren kuschelt.

Twists, Turns, psychologische – sowie auch einige sehr physische – Unappetitlichkeiten; all das immer wieder nonchalant kommentiert von einer sarkastisch gestimmten Erzählerstimme: Hätte HARPOON ein bisschen mehr fürs Auge zu bieten, hätte er glatt Hit-Potential.

Auch so verbringt man hier aber eine rundum unterhaltsame Festivalzeit, bei der man einiges über Aberglauben auf hoher See lernt – Bananen bringen Unglück! – ... und noch mehr über die Gefahren, die mit enger Freundschaft kommen können, wenn der Wind sich dreht. Gute 6,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

15.09.2019, 01:31



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