47 Meters Down: Uncaged

Käfigkrampf

von Leimbacher-Mario
Nachdem mich der erste Teil vor wenigen Jahren eher mäßig bis mau unterhalten hat, konnte die (bis aufs Thema zusammenhanglose) Fortsetzung einen leichten Sprung nach vorne, sogar fast in den grünen Bereich machen. Wieder inszeniert vom gut gelaunten Johannes Roberts, nun spürbar wesentlich mehr „sein“ Film, dieses Mal u.a. mit den knackigen Töchtern von Sly Stallone und Jamie Foxx (!) in einer Unterwasser-Maya-Stadt (?!!). Ein Mix also aus dem Original und „The Descent“. Klingt gut, unterhält überraschend solide und ist wohl genau das, was sich Teenager heutzutage bei einem sommerlichen Horrorhappen wünschen. Viele Schocks, hübsche Menschen, hohes Tempo, gute Gewaltspitzen, keine Langeweile, noch weniger Logik und Nachdenken - eine Geisterbahn in einer (größtenteils) lobenswert nicht-animierten Unterwasserhöhle. Wenn das nicht mal überzeugende Argumente sind für diejenigen, die sich dazu niemals ein Sequel gewünscht hätten. Wie mich zum Beispiel...

In einem netten Video-Grußwort vor der Vorführung auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest betonte der Regisseur mit einem verschmitzten (und bekifften?) Lächeln auf den Lippen, dass er nicht wieder eine ganz normale Haifortsetzung machen wollte, dass er sich an seinen Vorbildern wie John Carpenter orientiert hat und dass fast alles handgemacht wurde, worauf er richtig stolz sei. Die carpenterschen Bezüge suche ich zwar immer noch auf dem Höhlenboden, doch ansonsten hat er jetzt nicht allzu viel versprochen. Das Unterwasserlabyrinth ist tatsächlich weitestgehend handmade, beeindruckend und löst teilweise echt eine leichte Klaustrophobie aus, die Mädels sind sehr leicht zu den Augen, die Haiattacken sind heftig, unaufhörlich und echte Pulstreiber und vor allem wenn man den Kopf ausschaltet und nicht gerade mit Primussen wie „Jaws“ oder dem jüngeren „Crawl“ vergleicht, dann kann man mit diesem höhlisch-höllischen Abenteuer schon eine gute, feucht-fröhliche Zeit haben. Irgendwo zwischen Trash (es gibt sogar eine Art unterirdischen Sharknado!!!) und echtem Terror. Kein Wunder, dass Sly da daheim in seinem Sessel ganz schön um seine Kleine gebangt hat...

Fazit: eine leichte Steigerung zum Vorgänger. Recht kurzweilig, trashig, adrenalintreibend. Hübsche Mädels, noch hübschere handgemachte Höhle, unendlich viele effektive Geisterbahnerschrecker mit spitzen Zähnen, toten Augen und den großen Weißen... Für den hohlen Haizahn - aber seinen Zweck erfüllend.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

16.09.2019, 01:32



Weitere Informationen (externe Links):