Little Joe

Invasion der Pflanzenfreunde

von Herr_Kees
Wer zumindest eine der zahlreichen Adaptionen des Klassikers INVASION OF THE BODY SNATCHERS gesehen hat, kennt die Story von LITTLE JOE bereits: Der Film hakt im Grunde alle entscheidenden Plot Points der Vorlage(n) ab. Interessant ist hier dementsprechend auch nicht, was erzählt wird, sondern wie.

Und ob man damit warm wird, hängt sehr stark vom eignenen ästhetischen Empfinden ab. Jessica Hausners Filme zeichnen sich durch einen starken Stilwillen aus und so ist auch LITTLE JOE farblich und räumlich außergewöhnlich stringent durchkomponiert, ein Fest fürs Auge, dezent begleitet von disharmonischer bis schriller japanischer Musik, bevölkert von guten Schauspielern, die aber immer ein wenig so wirken, als würden sie sich spielen, wie sie gerade eine Rolle spielen, in der sie eine Rolle spielen.

Fast, als würde die Regisseurin und Co-Autorin die Handlung ein wenig stören, lässt sie sie dann auch regelmäßig von einer der Figuren erklären, so als wolle sie sich damit bewusst vom Verdacht eines echten Genrefilms freimachen und diese Stilübung in jedem Fall als Metakommentar verstanden wissen. Ja, das hatten wir auch noch nicht – die Körperfresser als schön gestylter Arthousefilm. Ob's das allerdings braucht, muss jeder für sich entscheiden.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

15.09.2019, 23:39



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