A Good Woman Is Hard to Find

Eine solche Perle ist hart zu finden

von Leimbacher-Mario
Den eher untergegangen „Road Games“ desselben Regisseurs konnte ich bisher leider immer noch nicht nachholen - doch spätestens jetzt nach diesem femininen Thriller über eine junge Witwe und zweifache Mama, der eines Tages ein anhänglicher Drogendealer ins Haus läuft, sollte ich mich nochmal hartnäckiger auf die Suche begeben...

„A Good Woman Is Hard To Find“ - sperriger ging der Titel nicht, doch der Film und seine Story sind sehr straight und knackig. Sarah Bolger spielt die gebeutelte Mutter mehr als stark. Man fühlt sofort mit, egal ob es ganz einfache mütterliche Probleme sind, Trauerbewältigung oder dann die Gangsterprobleme anfangen - man ist auf jeden Fall auf ihrer Seite. Sofort. Allein durch eine sehr witzige Batteriesuche zu Beginn. Nach dem Abspann gibt es nochmal ihr hübsches Gesicht in Großaufnahme - vollkommen zu recht, da sie diesen Film trägt, dieser Film IST. Audiovisuell ist hier ebenfalls alles sehr fein und hintenraus sogar richtig stylisch, wuchtig, ansehnlich, hart. Die Gangster, vor allem der Boss, schwimmen etwas im Overacting und wollen mit dem Rest lange Zeit nicht recht fusionieren, doch im Endeffekt geht die Rechnung doch noch auf, das bissige (und etwas vorhersehbare) Ende ist sehr befriedigend und es ist eine Art Coming-of-Mother-Story mit einigen Härten und ohne Bitten. Britischer Realismus trifft auf Genrehärte.

Fazit: der Mix aus Genrefilm und Sozialdrama läuft zwar lange nicht vollkommen harmonisch ineinander, aber das konsequente Finale entschädigt und alleine Sarah Bolger ist jeden Eintritt wert. Eine geerdete, ruhige Mischung aus „Ms .45“ und „Drive“ mit stark britisch-realistischem Einschlag.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

18.09.2019, 01:40



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