Dark Encounter

Aufgepumptes Glühwürmchen

von Leimbacher-Mario
„Watch the Skies!“ heißt es mal wieder bei „Dark Encounter“, der irgendwo zwischen Spielbergs Meilenstein und „Signs“ angesiedelt ist - nur in mies. Richtig mies. Bodentiefmies. Grobe Handlung: Die junge Tochter einer Familie ist plötzlich weg und mysteriöse Lichter kommen ziemlich genau ein Jahr später vom Himmel und jagen den trauernden und noch immer suchenden Hinterbliebenen eine höllische Angst ein... Uns Zuschauern aber nur ein Stirnrunzeln ins Gesicht. Eingeschlafene Füße sind da interessanter.

„Solis“ vom gleichen Regisseur fand ich vor zwei Jahren schon mäßig - der hier ist nochmal ein ganzes Stück darunter und definitiv ärgerlich, unnötig, leer. Bodensatz sogar schon. Auf dem Fantasy Filmfest gab es dieses Jahr nicht wirklich noch größeren Quatsch zu sehen und auch in den hinter uns liegenden Jahrgängen muss man da tief graben, um Schlimmeres zu finden. Für mich war das eine echte Qual. Zwischendurch bzw. zu Beginn wird noch einigermaßen Atmosphäre aufgebaut, abgeschottetes Szenario und wabernden Nebelauswüchse erinnern tatsächlich an Carpenter, nur in extrem entschleunigt und ohne Höhepunkte. Aber insgesamt finde ich diesen blassen, redundanten Lichterterror derart frustrierend und einschläfernd, dass ich den Vergleich zum Meister doch zurücknehmen möchte. Selbst nur in Ansätzen ist das eine Beleidigung. „Dark Encounter“ kommt nie zur Sache, bauscht sich unnötig auf und ist eigentlich eine feige und gleichzeitig eingebildete Sau von Film. Vollkommen uninspiriert und charakterlos obendrein. In Zeitlupe und ohne Seele, ohne Schwung und richtig fies selbstverliebt. Breite Brust trotz völliger Ahnungslosigkeit. Wahnsinn. Die letzten zehn Minuten sind nur noch Zeitlupen, obwohl schon alles geklärt ist - das hat mich gefühlt hunderte neue graue Haare gekostet. Ich war kurz vorm Rausgehen - und das mache ich eigentlich nie. Davor gibt es einen billig-esoterischen „Interstellar“-Gedächtnis-Akt - nur auch vollkommen misslungen. Und davor streunen die Familienangehörigen eine satte Stunde durch Wald und Wohnung, ungefährlichen Lichtern und goldenen Männlein hinterer. Kein Witz. Das. Ist. Müll. Und kann, nein muss sofort entsorgt werden. Ebenso sollte in Zukunft genauer geprüft werden, wer und warum Herrn Strathie Geld für ein Projekt leiht. Denn er tut der Welt damit keinen Gefallen. Ein Film für Leute mit Angst vor Lichtern - und damit keinen.

Fazit: Und Spielberg lacht (oder weint?!) sich ins Fäustchen... was für ein unfassbarer Schmarn. Prätentiös, lahm, unnötig. Das ist für mich somit die mieseste Version von „Close Encounters“, die ich je gesehen habe. Nervenaufreibend schlecht. Anfangs noch ein wenig atmosphärisch, doch dann erkennt man schnell, was für ein Bullshit man hier serviert bekommen hat... Pfui.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.09.2019, 01:50



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